Afrika – raus aus der Schuldenfalle

AKTIONSANGEBOTE FÜR ENTWICKLUNGSPOLITISCHE MULTIPLIKATOR*INNEN

erlassjahr.de hat drei Menschen zur Schuldensituation ihrer Länder befragt. Sie setzen sich in Ghana, Mosambik und Uganda dafür ein, dass Schuldenkrisen schnell und fair gelöst werden. Denn wo solche Lösungen fehlen, hat das schlimme Konsequenzen für die Menschen in den betroffenen Ländern, vor allem für die Ärmsten. Das wollen die Schuldenbotschafter*innen nicht hinnehmen. Sie organisieren daher Kampagnen, veröffentlichen Studien und machen Druck auf die Regierungsverantwortlichen in ihren Ländern. Globale Veränderung ist aber nur möglich, wenn sich auch in den reichen Ländern etwas bewegt.

Ihre Botschaft muss daher auch in Deutschland gehört werden.

Gemeinsam mit euch möchten wir im ganzen Land aktiv sein und zum Sprachrohr der Schuldenbotschafter*innen werden. Dazu haben wir Vorschläge für Aktivitäten und Veranstaltungen zusammengestellt, mit denen ihr bei euch vor Ort über die Gefahr von Schuldenkrisen für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele informieren könnt.

Nur mit informierten Bürger*innen und einem starken Netzwerk können wir es schaffen, die deutsche Regierung zu überzeugen, faire Entschuldung zu ermöglichen.

Das könnt ihr tun:

Helft uns, den Schuldenbotschafter*innen in ganz Deutschland Gehör zu verschaffen!

Zeigt unsere Ausstellung mit den Stimmen der Schuldenbotschafter*innen und weiteren Expert*innen aus afrikanischen Ländern!

  • Plant einen Vortrag mit einer Referent*in von erlassjahr.de oder den Schuldenbotschafter*innen (Winter 2018)! Verfügbarkeiten bitte direkt erfragen.
  • Organisiert eine Filmvorführung! Auf Anfrage schicken wir euch eine Liste geeigneter Filme.
  • Thematisiert Schulden im Schulunterricht!
  • Kommt zu unserer Fachtagung „Afrika am Kredithaken“ am 6. Dezember 2018 in Berlin. Hierbei wollen wir uns informieren, Strategien planen und gemeinsam mit den Schuldenbotschafter*innen in den direkten Dialog mit Bundesregierung und internationalen Finanzinstitutionen treten.

Die Angebote des Projekts „Afrika – raus aus der Schuldenfalle“ lassen sich auch gut miteinander kombinieren! Wir beraten euch gern direkt per E-Mail oder Telefon.

Die Schuldenbotschafter*innen

49 Länder in Afrika, also fast alle, sind kritisch verschuldet. Die Schuldenindikatoren in Uganda sind noch vergleichsweise niedrig, steigen aber stark an.

Julius Kapwepwe, Programmdirektor beim Uganda Debt Network:

Zum Ausbau der Infrastruktur hat unsere Regierung Kredite aus dem Ausland aufgenommen. Damit die Schulden nicht zum Problem werden, brauchen wir ein Wirtschaftswachstum von jährlich mindestens 7 Prozent – und das über das ganze nächste Jahrzehnt!

 

Ghanas Schulden betragen momentan 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die kommen teuer: Im letzten Jahr floss ein Viertel der öffentlichen Ausgaben nur in die Zahlung der Zinsen. Das Geld fehlt an vielen Stellen, zum Beispiel im Gesundheitssektor.

Clara Osei-Boateng, Schuldenexpertin aus Ghana:

Unsere Regierung möchte sich von der Entwicklungshilfe aus dem Globalen Norden unabhängig machen. Doch das heißt, dass wir stärker auf private Kredite aus dem Ausland angewiesen sind. Wir ersetzen also die eine Abhängigkeit durch eine neue. Wenn die Zinsen weiter steigen, werden diese Kredite zur Schuldenfalle.

 

2016 kam heraus, dass die mosambikanische Regierung Schulden in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar vor der Öffentlichkeit versteckt hatte. Seitdem ist klar: Mosambik steckt in einer Schuldenkrise.

Dr. Eufrigina dos Reis Manoela, Generalsekretärin des Grupo Moçambicano da Divida:

Wir fordern von unserer Regierung, Verantwortung für den Schuldenskandal zu übernehmen. Wir werden nicht akzeptieren, dass die Ärmsten unseres Landes den Preis für die exorbitante Verschuldung bezahlen.

 

 

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des