Vor dem nächsten Sturm

ENTSCHULDUNGSOPTION FÜR DIE KARIBIK

Die Karibik gehört zu den am stärksten durch den Klimawandel gefährdeten Regionen der Welt. Dabei tragen die betroffenen Staaten selbst praktisch nichts zum globalen Klimawandel bei.

Im Schnitt verlieren alle karibischen Staaten jedes Jahr 2,7 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung durch Naturkatastrophen. Das ist mehr als Deutschland seit 2000 an Wirtschaftswachstum erzielt hat.

In den letzten Jahren haben tropische Stürme in der Karibik an Häufigkeit und Intensität zugenommen. 2017 wurden die Inseln Barbuda und Dominica fast vollständig von Hurrikans zerstört. Auch wenn es in der Hurrikan-Saison 2018 verhältnismäßig ruhig blieb: Klimaforscher/innen erwarten, dass der Trend zu wachsenden Zerstörungen sich fortsetzt.

Gleichzeitig sind viele karibische Staaten kritisch verschuldet. Jedes Jahr fließen hohe Schuldendienstzahlungen an die Gläubiger im Globalen Norden. Auch dann, wenn das Land nach einem Hurrikan dringend Geld für die Nothilfe und den Wiederaufbau benötigt.

Gabriel Malzaire, Bischof von Roseau, Dominica:

„Wir haben das Leid und die Verzweiflung der Menschen hautnah erlebt. Wir sind nicht bereit, der nächsten Hurrikan-Saison unvorbereitet zu begegnen. Daher fordern wir von unseren Regierungen, vom Internationalen Währungsfonds und von unserem Gläubigern, dass im Falle einer verheerenden Naturkatastrophe der Schuldendienst ausgesetzt werden kann.“

Entschuldung als Krisenreaktion

Das karibische Entschuldungsnetzwerk Jubilee Caribbean fordert, dass Staaten, die Opfer tropischer Wirbelstürme geworden sind, ihren Schuldendienst aussetzen können. Ein solches Moratorium und die Aufnahme effizienter Umschuldungsverhandlungen machen nach einer Katastrophe schnell dringend benötigte Mittel für Nothilfe und Wiederaufbau frei.

Helft uns, Jubilee Caribbean zu unterstützen!

Erklärt eure Solidarität mit der Forderung nach einem Schuldenmoratorium – online oder per Post auf dem Abschnitt in diesem Flyer. Wenn die nächste Insel von einem Hurrikan heimgesucht wird, werden wir bereit sein. Per E-Mail werden wir unsere Regierung auffordern, das Geld im Land zu lassen und eine tragfähige Lösung anzustreben.

Heron Belfon, Koordinatorin von Jubilee Caribbean:

„Barbuda wurde 2017 von Hurrikan Irma fast vollständig zerstört. In der gleichen Nacht wurde eine Schuldenrückzahlung an den Internationalen Währungsfonds in Höhe von 3 Millionen US-Dollar fällig. Gezahlt werden musste trotzdem, obwohl das Geld dringend für die Nothilfe und den Wiederaufbau benötigt wurde.“

Jubilee Caribbean

Jubilee Caribbean ist das regionale Entschuldungsnetzwerk in der Karibik. Nach der verheerenden Hurrikan-Saison 2017 schlossen sich die Mitglieder aus Kirche und Zivilgesellschaft zusammen, um sich gemeinsam für einen wirksamen Entschuldungsmechanismus für den Katastrophenfall einzusetzen.

Entschuldung unterstützen!


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Weitere Informationen

  • zur Zerstörung durch Hurrikans und den Aus­wirkungen des Klimawandels auf die Ostkaribik
  • zur regionalen Verschuldungssituation und
  • zum von Jubilee Caribbean angestrebten Entschuldungs­mechanismus im Katastrophenfall

liefert die erlassjahr.de-Fachinformation 59: „Vor dem (nächsten) Sturm: Entschuldung als Krisenreaktion in der Karibik“.

 

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des