Benin

Allgemeines zur Wirtschaft Benins

Die Wirtschaft Benins gilt als unterentwickelt und setzt sich zu einem Großteil aus der landwirtschaftlichen Produktion und vordergründig aus der Subsistenzproduktion zusammen. Benins Wirtschaft ist dabei exportbasiert und abhängig von der Baumwollproduktion als wichtigstes Exportgut (40% aller Exporterlöse). Die Baumwollproduktion Benins spielt jedoch im Welthandel nur eine untergeordnete Rolle, so dass Benin größtenteils vom Geschehen auf dem Weltmarkt, also z.B. schwankenden Baumwollpreisen, Subventionen in anderen Weltregionen usw., abhängig ist. Die Landwirtschaft bietet dabei die Existenzgrundlage für einen Großteil der Bevölkerung. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der regionale Handel mit Nachbarländern wie z.B. Nigeria.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)22,840
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)107,4*150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)5,115
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)34,0*49
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)177,0*200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)1,984 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)105 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014
* 2013


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2003
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1989 (Toronto), 1991, 1993 (London), 1996 (Naples), 2000 (Cologne), 2003 (HIPC-Exit)
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: niedrig

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit:

  • Benin ist weiterhin hauptsächlich auf konzessionäre und damit zinsgünstige Finanzierung angewiesen. Eine Verschlechterung der Kreditkonditionen könnte die Schuldentragfähigkeit massiv verschlechtern.
  • Die Regierung Benins nimmt im zunehmenden Maße auch Schulden auf dem regionalen Finanzmarkt auf, um finanzielle Löcher zu stopfen und den regionalen Finanzmarkt anzukurbeln. Diese Kredite sind jedoch nicht-konzessionär und werden damit zu marktüblichen Konditionen vergeben.
  • Hohe Ausgaben bei gleichzeitig abnehmenden Staatseinnahmen haben von 2008 auf 2009 zu einem erhöhten fiskalischen Defizit und damit zu Finanzierungsengpässen geführt. Bleibt das fiskalische Defizit derart hoch, oder verschlechtert es sich sogar noch, verschlechtert dies die Schuldentragfähigkeit des Landes.
  • verletzlich hinsichtlich Wachstums- und Exportschocks (dies bedeutet z.B. weniger Nachfrage und damit weniger Exporteinnahmen und ein niedriges BIP-Wachstum). Auch können Ernteausfülle oder niedrige Erträge, wie zuletzt im Jahr 2010 zu geringen Exporteinnahmen führen.
  • Verbessert sich das fiskalische Defizit in Zukunft nicht, und schafft Benin es nicht, durch den Ausbau der Infrastruktur mehr ausländische Direktinvestitionen anzulocken, würde dies die Verschuldungssituation aufgrund von Finanzierungsnöten und damit einer notwendigen höheren externen Kreditaufnahme stark verschlechtern.
  • Benin wurde Ende 2010 von der schlimmsten Überschwemmung seit 50 Jahren getroffen. Die Flut hatte verheerende wirtschaftliche und soziale Folgen. Infrastruktur und der landwirtschaftliche Sektor wurden nachhaltig zerstört. Benin wird damit in 2011 hohe Wiederaufbaukosten haben, die die Regierung vor allem durch externe Gelder finanzieren will (und muss). Dies hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Schuldentragfähigkeit des Landes, sondern verhindert Investitionen in Produktionsstrukturen und Infrastruktur, die zur Ankurbelung der Wirtschaftsentwicklung hätten dienen können.