Bosnien & Herzegowina

Allgemeines zur Wirtschaft Bosnien & Herzegowinas

Bosnien & Herzegowinas Wirtschaft wurde lange durch den Bosnienkrieg in den 1990er Jahren geprägt. So war das Land nach Kriegsende 1995 wirtschaftlich am Boden mit einer Arbeitslosenrate von über 70%, massiven Infrastrukturschäden und hohen Wiederaufbaukosten. Das Land basiert weiterhin stark auf der Exportwirtschaft und dabei vor allem auf dem landwirtschaftlichen Sektor. Dabei wird ein Großteil der Nahrungsmittel für die Eigenversorgung importiert. Bergbau ist ein weiteres wichtiges Standbein. Die wichtigsten Handelspartner sind Kroatien, Italien, Slowenien und Deutschland. Bosnien & Herzegowina besitzt ein hohes Leistungsbilanzdefizit, welches vor allem durch Rücküberweisungen von Migrant/innen im Ausland gemildert wird. Der öffentliche Sektor gilt als relativ ineffizient und korrupt, weshalb dieser für die wirtschaftliche Entwicklung hemmend wirkt. Die globale Finanzkrise konnte Bosnien & Herzegowina durch einen massiven Rückgang der Exportnachfrage treffen.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)57,140
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)152,3150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)11,115
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)44,749
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)97,6200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)10,590 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)813,280 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1998, 2000 (Naples)
Privat:  1997

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank:(keine Einschätzung vorgenommen worden)

 

Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Verwundbarkeiten im Hinblick auf Schuldentragfähigkeit:

  • Das starke Wirtschaftswachstum vor der Krise lag vor allem an einer hohen inländischen Nachfrage und hohen öffentlichen Ausgaben (auch in soziale Bereiche), die durch externe Kreditaufnahme und hohe ausländische Kapitalzuflüsse finanziert wurden.
  • Die globale Wirtschaftskrise brachte einen plötzlichen Einbruch von Kapitalzuflüssen, Exportnachfrage nach Gebrauchsgütern und Investitionen mit sich.
  • Ein niedrig bleibendes BIP- und Exportwachstum wird die Verschuldungssituation massiv verschlechtern.
  • Die wirtschaftliche Erholung von Handelspartnern wie der EU ist absolut vital.
  • Aufgrund der hohen öffentlichen Ausgaben und Investitionen, die das Land durch fehlende Zuflüsse während der Krise nicht mehr finanzieren konnte, musste Bosnien & Herzegowina weitere externe Kredite bei den IFIs aufnehmen (im Umfang von 3,4 % des BIP).
  • Risiken für Schuldentragfähigkeit sitzen in weniger Wachstum, Abwertung des Wechselkurses und kontinuierlich hohe Budget- und Leistungsbilanzdefizite.

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