Bulgarien

Allgemeines zur Wirtschaft Bulgariens

Bulgarien, 2007 der EU beigetreten, hat zwischen 2004 und 2008, nach einer langjährigen, schweren Wirtschaftskrise, ein hohes und stabiles Wirtschaftswachstum erreichen können, welches vor allem durch eine hohe Anzahl an Direktinvestitionen erlangt werden konnte. Dabei ist das Land wirtschaftlich vor allem durch eine strukturelle Reformierung durch IWF und Weltbank geprägt. Der Zusammenbruch der Sowjetunion und damit der Wegfall  des innersowjetischen Marktes, beförderten Bulgarien in eine schwere Wirtschaftskrise. Mitte der 1990er Jahre war der bulgarische Staat nicht nur massiv verschuldet, sondern auch überhaupt nicht mehr in der Lage, Schuldendienst zu leisten, so dass mit IWF und Weltbank ein umfassendes Strukturprogramm beschlossen wurde (in dem es vor allem um die Privatisierung sämtlicher Staatsunternehmen ging). Wichtigste Wirtschaftszweige sind die chemische Industrie, Metallindustrie, der Nahrungsmittelsektor, Maschinenbau, Kohle- und Erzabbau, Textilindustrie, Tourismus und die Energiewirtschaft.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)90,140
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)124,2150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)14,715
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)26,949
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)78,5200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)48,742 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)5,772 Mrd.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1991, 1992 , 1994 (Classic)
Privat:  1994

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: (keine Einschätzung vorgenommen worden)

 

Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Verwundbarkeit im Hinblick auf Schuldentragfähigkeit:

  • Szenario vor der Wirtschaftskrise: hohe Kapitalzuflüsse durch hohe inländische Nachfrage, dadurch auf der einen Seite die Begünstigung eines starken Wirtschaftswachstums, auf der anderen Seite jedoch auch ein hohes Leistungsbilanz-Defizit
  • Ende 2008 mit dem Eintreten der Wirtschaftskrise: der Nachfrage-Boom kommt zum Stillstand, dadurch ein starker  Einbruch in den Kapitalzuflüssen, sowie ein massiver Einbruch von BIP – und Exportwachstum

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