Burundi

Allgemeines zur Wirtschaft Burundis

Burundi ist ein rohstoffarmer Binnenstaat in Ostafrika, mit einem unterentwickelten Industriesektor. Der Agrarsektor ist mit 35% des BIP der größte Wirtschaftszweig und beschäftigt mehr als 90% der Bevölkerung. Die Hauptwaren im Export sind Kaffee und Tee, welche für 90% der ausländischen Einnahmen verantwortlich sind. Allerdings machen Exporte im Allgemeinen nur einen geringen Teil des BIP aus. Dabei hängt die Höhe der Exporteinnahmen auch von Wetterbedingungen ab: Durch Burundis starke Konzentration auf landwirtschaftliche Güter ist das Land sehr klimaverletzlich. Der langjährige Bürgerkrieg, der auf ethnischen Konflikten beruhte, hat die wirtschaftliche Entwicklung massiv behindert und ist zum Beispiel für eine mangelhafte Infrastruktur verantwortlich. Politische Stabilität und das Ende des Bürgerkrieges erhöhten Hilfszuschüsse und verbesserten die wirtschaftliche Entwicklung, trotzdem besitzt das Land immer noch eine sehr hohe Armutsrate, eine hohe Arbeitslosenquote, ein kaum funktionierendes Rechtssystem sowie wenig Haushaltskapazität. Burundi wird auch in Zukunft stark von nichtrückzahlbaren Geldern abhängig sein. Um seine regionalen Handelsbeziehungen zu verbessern, trat das Land der „East African Community“ bei. 2009 erhielt Burundi einen Schuldenerlass im Rahmen der HIPC-Initiative von ca. 700 Mio. US Dollar.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)25,240
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)289,5150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)13,715
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)30,549
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)114,4200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)690,170 Mio.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)29,180 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2005 – Completion Point 2009
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 2004 (Naples), 2005 (Cologne), 2009 (HIPC-Exit)
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: hoch

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit:

  • keine Verbesserung, bzw. ausbleibender Ausbau der Infrastruktur, die zum Teil extrem mangelhaft ist
  • Exportschocks (also eine geringe Nachfrage nach Exportgütern und damit weniger Exporteinnahmen). Der Eintritt eines „Exportschocks“ ist relativ wahrscheinlich, da Burundis Exportbasis sehr schmal ist und schlechte Wetterbedingungen, fallende Weltmarktpreise und eine geringe internationale Nachfrage mögliche, verschiedene Szenarien sind, die das Exportwachstum einbrechen lassen würden.
  • Da Burundi Öl und Nahrungsmittel importieren muss, sind hohe Weltmarktpreise und damit höhere Importkosten ein Risiko z.B. in Verbindung mit weniger Exporteinnahmen.
  • Sollte sich die politische und soziale Lage, sowie die Sicherheitslage verschlechtern, könnten internationale Hilfszuflüsse und Geberengagement im Allgemeinen abnehmen, die jedoch für Burundi absolut notwendig sind.
  • Bleibt die Exportbasis derart schmal, wird Burundi kaum eine unkritische, externe Schuldentragfähigkeit erreichen.
  • verletzlich hinsichtlich geringem Export- und BIP-Wachstum. Burundi ist massiv davon abhängig, wie sich global die Wirtschaft entwickelt und wird damit von Entwicklungen in anderen Ländern beeinflusst.

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