Dominikanische Republik

Allgemeines zur Wirtschaft der Dominikanischen Republik

Die Dominikanische Republik ist durch sein Zuckerrohr bekannt. Sie war ursprünglich eines der stärksten Exportgüter des Landes. Noch heute ist die Landwirtschaft eines der wichtigsten Beschäftigungsfelder für die Bevölkerung der Dominikanischen Republik, allerdings hat der Export von Zuckerrohr nur noch einen geringen Anteil am Bruttonationaleinkommen (BNE) des Landes. Heute sind die wichtigsten Einnahmequellen Gewinne durch den Export von Erzeugnissen aus den Freihandelszonen, der Tourismus, Rücküberweisungen von Migrant/innen aus dem Ausland und Bergbau (u.a. Nickel). Allein die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Bevölkerung (überwiegend in den USA) tragen ca. 6% zum jährlichen BNE bei. Erzeugnisse der Freihandelszonen sind vor allem Textilien, Zigarren und medizinische Geräte. Aus der Landwirtschaft werden neben Zucker vor allem Bananen, Tabak, Kaffee, Mais und Kakao angebaut und exportiert. Der Telekommunikations- und Bausektor erhalten ein immer stärkeres Gewicht für das Wirtschaftswachstum des Landes. Regional ist Haiti mit der wichtigste Handelspartner des Landes; so importiert Haiti im Rahmen des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben im Jahr 2010 z.B. einen Großteil der Baumaterialien und Textilien aus der Dominikanischen Republik. Einer der größten Gläubiger des Landes ist Venezuela im Rahmen des Petrocaribe-Abkommens. Das Abkommen ermöglicht den Mitgliedern zu besonderen Konditionen Öl von Venezuela zu kaufen, indem nur ein Teil der Summe zu Beginn direkt gezahlt werden muss und der Rest über einen Zeitraum von ca. 25 Jahren zurückbezahlt werden kann. Zum Teil auch in Naturalien: So hat die Dominikanische Republik im Jahr 2009 eine Rate mit Kaffeebohnen und Zuckermelisse bezahlt.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)44,040
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)152,5150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)18,515
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)35,049
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)232,4200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)26,707 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)3,239 Mrd.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1985, 2004, 2005 (Classic), 1991 (Houston)
Privat:  1986, 1994, 2005

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Keine Einschätzung vorgenommen worden.

 

Verwundbarkeiten im Hinblick auf Schuldentragfähigkeit:

  • Rückgang der regionalen Nachfrage nach Exportgütern (wie z.B. bei der Grenzschließung zu Haiti aufgrund der Cholera-Epidemie)
  • Verschlechterung der globalwirtschaftlichen Nachfrage wie in Zeiten der Finanzkrise 2008, im Hinblick auf Rückgang der Tourismuszahlen und Nachfrage nach Exportgütern vor allem aus den USA
  • hohe internationale Ölpreise (die Dominikanische Republik muss Öl importieren)