Dschibuti

Allgemeines zur Wirtschaft Dschibutis

Dschibuti ist eine Republik in Ostafrika, die an Äthiopien, Somalia und Eritrea grenzt. Äthiopien wickelt beinahe 85% seiner Exporte über die Häfen von Dschibuti ab. Das Land besitzt eine geographisch und damit auch wirtschaftlich günstige Lage und sein Hafen wird als Transithafen für die ostafrikanische Region genutzt. Der Hafen, bzw. der Dienstleistungssektor ist damit auch wichtigster Wirtschaftszweig. Wirtschaftswachstum wird vor allem durch Investitionen in den Hafen getrieben. So besitzt Dschibuti seit 2009 den modernsten und größten Containerhafen in ganz Ostafrika. Das Land hat keine nennenswerte Bodenschätze, der landwirtschaftliche Sektor leidet unter Wassermangel und nur gering fruchtbarem Boden. Gerade mal 10% des gesamten Landes sind für die Landwirtschaft nutzbar. Die Versorgung der Menschen vor Ort ist im Hinblick auf Wasser und Energie kritisch. Dschibuti muss einen Großteil der Nahrungsmittel für seine Bevölkerung aus dem Ausland (hauptsächlich Äthiopien) importieren und leidet ähnlich wie Äthiopien und Somalia unter Dürrekatastrophen. Dschibuti ist finanziell von Budgetunterstützung und Entwicklungshilfegeldern abhängig. Das Land besitzt nur eine gering ausgebildete Steuerbasis aufgrund einer hohen Arbeitslosen- und Armutsrate.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)k.A.40
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)140,1150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)6,115
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)43,249
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)121,5200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)957,452 Mio.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)41,480 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 2000 (Classic), 2008 (Houston)
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: hoch

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit:

  • Dschibuti ist ein Nahrungsmittel- und Ölimporteur, so dass steigende internationale Weltmarktpreise für Nahrungsmittel und Öl die Importkosten für das Land erhöhen. Dschibuti besitzt bereits ein hohes Handelsbilanzdefizit und musste aufgrund der Dürreperiode am Horn von Afrika Kredite des Internationalen Währungsfonds in Anspruch nehmen, um Nahrungsmittelimporte finanzieren zu können, denn beinahe jegliche Nahrungsmittelversorgung muss aus dem Ausland importiert werden. Zahlungsrückstände vor allem an inländische Zulieferer und Staatsbeamte belasten die fiskalische Situation des Landes und zeugen von einer geringen Kapazität, Schulden bedienen zu können. So hatte das Land im Jahr 2007 Zahlungsrückstände auf inländische Forderungen in Höhe von beinahe 20% des Bruttoinlandprodukts (keine neueren Daten vorhanden).
  • Dschibutis Wirtschaft ist kaum diversifiziert; wirtschaftliche Aktivitäten sind fokussiert auf den Dienstleistungssektor im Lagerbereich und ostafrikanischen Transithandel. Damit ist auch die Verschuldungssituation von Investitionen, wirtschaftlichen Aktivitäten und Nachfrage rund um den Hafen des Landes abhängig.
  • Dschibuti ist stark von externen Zuflüssen abhängig, ausländische Budgetunterstützung und Entwicklungshilfegelder stützen einen Großteil des Staatshaushaltes. Eine Abnahme dieser Zuflüsse bedeutet ein ernstes Finanzierungsproblem für das Land.
  • Ernährungsunsicherheit und Wassermangel sowie eine fragile Sicherheitslage belasten die fiskalische Situation des Landes stark
  • durch die geringen finanziellen Ressourcen hat das Land kaum Möglichkeiten in menschliche Entwicklung zu investieren. Für die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch die Entwicklung der Verschuldungssituation des Landes ist dies jedoch von großer Bedeutung