Ecuador

Allgemeines zur Wirtschaft Ecuadors:

Ecuadors Wirtschaft ist am meisten von Erdölressourcen abhängig: so machen Ecuadors Erdölexporte über die Hälfte der Exporteinnahmen des Landes aus, sowie ungefähr ein Drittel der staatlichen Einnahmen. Klammert man das Erdöl aus, so sind Hauptexportwaren Bananen und Krabben. Daneben haben sich neue international wettbewerbsfähige Exportprodukte etablieren können, v.a. Schnittblumen. Ecuador zählt zu den weltweit bedeutendsten Produzenten qualitativ hochwertigen Kakaos. Hauptabnehmerin ist neben den USA die EU. Deutschland ist drittwichtigster Absatzmarkt des ecuadorianischen hochwertigen Kakaos. Fast 80% der Gesamtexporte gehen in Länder des amerikanischen Kontinents. Haupthandelspartner sind USA, Peru, Venezuela und Kolumbien. Rechnet man das Erdöl heraus, waren die Haupthandelspartner in absteigender Reihenfolge USA, EU, gefolgt von den Andenländern. Eine wichtige finanzielle Stütze sind die Rücküberweisungen von Arbeitsemigrant/innen: Ein Fünftel der Ecuadorianer/innen leben im Ausland.

1999/2000 erlebte Ecuador eine ernste wirtschaftliche Krise. Die Armut stieg rasant an, das Bankensystem brach zusammen und Ecuador litt unter seinen hohen Auslandsschulden. Die ecuadorianische Wirtschaft verlangsamte sich im Laufe der Jahre erneut aufgrund der globalen Finanzkrise und des starken Rückgangs von Rücküberweisungen. Ab 2010 wuchs die Wirtschaft jedoch wieder. So ist die Wachstumsrate 2010 um 3.3% und 2011 um fast 8% gestiegen.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)26,640
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)90,6150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)13,815
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)31,349
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)80,7200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)26,332 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)4,001 Mrd.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2002 – Completion Point 2004
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1983, 1985, 1988, 1989 (Classic), 1992, 1994, 2000, 2003(Houston)
Privat:  1983, 1984, 1985, 1995, 2000, 2009

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Keine Einschätzung vorgenommen worden

 

Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Verwundbarkeiten im Hinblick auf Schuldentragfähigkeit:

  • Die sozialisierten Schulden, die durch die Rettung großer privater Banken im Jahr 2000 entstanden, werden von der ecuadorianischen Regierung als illegitime Schulden bezeichnet. Es wird davon ausgegangen, dass wirtschaftskriminelle Kreditvergabe zur Zahlungsunfähigkeit dieser Banken führte. Daher gibt es nun eine politische Auseinandersetzung um die ersatzlose Streichung dieser Schulden, die gegenwärtig US$1,24 Mrd. betragen.
  • In Ecuador ist der wichtigste Sektor, der zum Wirtschaftswachstum beiträgt, der Ölsektor. Alle anderen Wirtschaftszweige sind defizitär und verzeichnen langjährige Investitionsdefizite. Die Schuldentragfähigkeit Ecuadors wird sich spätestens dann stark verändern, wenn seine Ölreserveren aufgebraucht sind und nicht mehr die Exporte dominieren können. Das ist voraussichtlich in 20 Jahren der Fall. Ecuador ist darauf angewiesen, andere Wirtschaftszweige auszubauen. Die Schuldengtragfähigkeit wird von dieser Notwendigkeit bestimmt (aus dem Bericht über die Ergebnisse eines nationalen Workshops über die Schuldentragfähigkeit von Ecuador).

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