Elfenbeinküste

Allgemeines zur Wirtschaft der Elfenbeinküste

Das Wirtschaftswachstum der Elfenbeinküste ist stark abhängig vom Landwirtschaftsektor, (vor allem Nahrungsmittelproduktion) der mehr als der Hälfte der Bevölkerung eine Existenzgrundlage bietet. Das Land ist der größte Produzent und Exporteur von Kakaobohnen sowie von Kaffee und Palmöl. Dabei haben die Einnahmen aus dem Kaffeesektor in den letzten Jahren aufgrund von strukturellen Hemmnissen abgenommen, wobei der Export von Cashew-Nüssen zugenommen hat. Durch die Exportkonzentration auf diese Sektoren ist die Wirtschaft stark durch Schwankungen der Weltmarktpreise und von Wetterbedingungen beeinflusst. Seit dem Ende des Bürgerkrieges 2003 wird die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin durch politische Unruhen beeinflusst, die ausländische Direktinvestitionen und Wirtschaftswachstum hemmen. Politische Instabilität und mangelhafte Infrastruktur sind die Haupthindernisse für eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Die momentanen Konflikte in der Elfenbeinküste behindern die Mobilisierung von externen Geldern und den Einstieg in die multilaterale HIPC-Initiative, die dem Land einen nötigen Schuldenerlass ermöglicht.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)33,040
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)75,2150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)11,615
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)36,649
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)175,3200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)10,856 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)1,672 Mrd.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2009 – Completion Point 2012
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1984, 1985, 1986, 1987, 1989, (Classic), 1991 (Houston), 1994 (London), 1998, 2002 (Lyon), 2009, 2011 (Cologne), 2012 (HIPC-Exit)
Privat:  1998, 2010, 2012


Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Mittel

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit:

  • Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Verschuldung der Elfenbeinküste nicht mehr tragbar ist. Das Land ist aktuell zahlungsunfähig und häuft kontinuierlich Zahlungsrückstände an.
  • Niedrige Weltmarktpreise für die wichtigsten Exportgüter stellen ein hohes Risiko dar, da die Exportwirtschaft für die ausländischen Deviseneinnahmen verantwortlich ist, die wiederum für Schuldendienst absolut nötig sind.
  • Klimaschwankungen, die Ernteerzeugnisse beeinflussen.
  • Keine Verbesserung der momentanen politischen Lage. Diese hemmt ausländische Direktinvestitionen, den Zugang zu externer Finanzierung und Hilfszuflüssen, gefährdet die Stabilität von Institutionen und verursacht Infrastrukturschäden durch Kampfhandlungen. Erst kürzlich (Dezember 2010 bis April 2011) hat die Elfenbeinküste schlimme innenpolitische Spannungen und kriegsähnliche Zustände vor allem in der Hauptstadt erlebt, welche verheerende Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum und Infrastruktur hatten. Sie haben dazu beigetragen, dass die Elfenbeinküste im Februar 2011 zahlungsunfähig geworden ist und dass sich durch, für Wiederaufbau gedachte unerwartete Neukreditaufnahme die Schuldensituation noch mehr verschlechtert hat.
  • Sollte die Elfenbeinküste weniger Zugang zu konzessionärer Finanzierung haben und sollte sich die Regierung extern zu weniger günstigen Konditionen verschulden müssen, bedeutet dies ein hohes Risiko für die Schuldentragfähigkeit. Die Abhängigkeit von externer Finanzierung ist bei der Elfenbeinküste besonders hoch, vor allem hinsichtlich der Finanzierung des Haushaltsdefizits 2011, welches voraussichtlich vorerst nur durch Kredite ausgeglichen werden kann.
  • Eine Währungsabwertung