Eritrea

Allgemeines zur Wirtschaft Eritreas

Seit der Unabhängigkeit Äthiopiens 1993 und nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg, befindet sich Eritreas Wirtschaft in einem äußerst schlechten Zustand. Die Landwirtschaft ist der größte Sektor, hier sind etwa 80% der Bevölkerung tätig. Die Höhe der Ernteerträge ist stark vom Klima abhängig. Angebaut werden hauptsächlich Kaffee, Hirse, Obst und Baumwolle. Auch der Fischfang ist durch Eritreas günstige geographische Lage eine Einkommensquelle: Garnelen, Hummer und Krebse sind dabei der Hauptfang. Eritrea verfügt vor allem hinsichtlich vorhandener Bodenschätze über großes Potential: Gold, Silber, Kupfer, Zink, Salz, Granit und Erdöl sind reichlich vorhanden, werden bisher aber kaum abgebaut. Eritrea ist nicht nur extrem auf internationale Hilfszuflüsse angewiesen, sondern gehört auch zu den ärmsten Länder der Erde. Vor allem die Anfälligkeit für Naturkatastrophen beeinträchtigen eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung enorm.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)23,840
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)179,9150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)9,215
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)125,349
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)900,6*200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)908,093 Mio.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)46,287 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014
* 2008


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: k.A.
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Überschuldet / in Zahlungsverzug

 

Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Verwundbarkeiten im Hinblick auf Schuldentragfähigkeit:

  • Exogene Schocks: Klimaverletzlich im Hinblick auf Dürren (z.B. in 2008, die die Ernte massiv zerstört hat, so dass bloß ein Viertel der erwarteten Ernte verwendbar war. Durch diese Dürre musste ein Großteil der Nahrung zur Eigenversorgung importiert werden)
  • Internationale Weltmarktpreise für Nahrungsmittel und Öl, da Eritrea diese importieren muss (die internationale Lebensmittel- und Ölpreis-Krise hat Eritrea im vorletzten Jahr hart getroffen)
  • Rückgang von Rücküberweisungen, von denen Eritrea massiv abhängt
  • Ist Kandidat für eine Entschuldung unter HIPC, jedoch ist das Erreichen des „Decision Point“ als Einstieg in den Entschuldungsprozess unklar, da Eritrea z.B. kein notwendiges Armutsreduktionsprogramm vorzuweisen hat
  • Ernste zwischenstaatliche Spannungen, z.B. mit Äthiopien und Dschibuti