Gambia

Allgemeines zur Wirtschaft Gambias

Gambia besitzt nur spärliche natürliche Ressourcen sowie eine gering ausgebildete landwirtschaftliche Basis. Trotzdem bildet der landwirtschaftliche Sektor die Existenzgrundlage für über ¾ der Bevölkerung. Dabei ist Gambia stark von Rücküberweisungen ausländischer Arbeiter/innen und Touristeneinnahmen abhängig. Eine kleine Anzahl an Fabriken verarbeitet Nüsse, Fisch und Leder. Gambias Naturschönheit und Nähe zu Europa führte dazu, dass das Land das beliebteste touristische Ziel in Westafrika wurde, unterstützt durch seine Regierung und private Investitionen in Ökotourismus und gehobene Ausstattung. In den letzten fünf Jahren sind Gambias Exporte – traditionell das Hauptwirtschaftssegment – zurückgegangen, jedoch ist sein Bankensektor dafür rapide gewachsen. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung bleiben allerdings hoch und wirtschaftlicher Fortschritt hängt stark von bilateraler und multilateraler Entwicklungshilfe ab. Auch die Qualität der staatlichen Regierungsführung ist schwach.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)63,940
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)168,4150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)35,115
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)101,149
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)450,4200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)500,102 Mio.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)43,385 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2007
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1986 (Classic), 2003, 2007 (Cologne), 2008 (HIPC-Exit)
Privat:  1988

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: hoch

 

Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Verwundbarkeiten im Hinblick auf Schuldentragfähigkeit:

  • durch Finanzkrise eine schwache Exportnachfrage und einem Rückgang von Rücküberweisungen
  • Trotz Entschuldung unter HIPC sind Gambias Schuldenindikatoren relativ hoch, da weniger Exporteinnahmen (und damit ausländische Devisen) generiert werden als erwartet, eine unerwartete Abwertung des Wechselkurses das Land getroffen hat, und Gambia mehr neue Kredite aufnehmen musste, als von IWF / Weltbank vorausgesagt
  • die schwache Exportleistung hängt vor allem mit Schwierigkeiten im Hinblick auf Gambias Wiederausfuhrhandel zusammen
  • erhält im Vergleich zu anderen vergleichbaren HIPC-Ländern einen geringeren Anteil an Zuschüssen, weshalb das Land vor allem auf „teure“ inländische Kreditaufnahme zurückgreifen muss; dabei braucht das Land unbedingt konzessionäre und damit günstige Kredite i.H. auf eine tragfähige zukünftige Verschuldung
  • Auch höhere ausländische Direktinvestitionen als Kapitalzufluss sind dringen vonnöten

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