Guinea-Bissau

Allgemeines zur Wirtschaft Guinea-Bissaus

Die Wirtschaft Guinea-Bissaus, eines der ärmsten Länder der Welt, konzentriert sich vor allem auf Landwirtschaft und Fischerei, jedoch geht man von weit aus höheren Einnahmen durch illegalen Drogenhandel aus. Die Exporte Guinea-Bissaus beschränken sich auf Cashewnüsse, Erdnüsse, Fisch, Meerestiere, geringe Mengen Palmenkernöls und Holz. Konstante Kämpfe und damit eine angespannte Sicherheitslage zwischen von Senegal unterstützten Regierungstruppen und der militärischen Junta Ende der 90er Jahre schädigten die Infrastruktur und die Wirtschaft des Landes massiv. Der schlimme Bürgerkrieg brachte die Wirtschaft in diesen Jahren völlig zum Erliegen, so dass Hilfszuschüsse von internationalen Institutionen beinahe die einzige Einnahmequelle um 2003 waren. Eine schwache Regierungsführung und schwache öffentliche Institutionen, kaum vorhandene Arbeitsmöglichkeiten für die Bevölkerung und die geographische Lage des Landes machen Guinea-Bissau zu einem der Hotspots des Drogenhandels zwischen Westafrika und Europa.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)29,340
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)60,5150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)0,315
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)54,349
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)258,7200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)271,385 Mio.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)1,989 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2010
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1987 (Ad Hoc), 1989 (Toronto), 1995 (Naples), 2001, 2010 (Cologne), 2011 (HIPC-Exit)
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Mittel

 

Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Risiken für Schuldentragfähigkeit:

  • Durch den umfassenden Schuldenerlass im Rahmen der multilateralen HIPC-Initiative sowie der zusätzlichen MDRI (zusätzlicher Erlass des Schuldendienstes an multilaterale Gläubiger) hat sich die Verschuldungslage des Landes deutlich verbessert. War das Land zuvor beinahe 10 Jahre im Zahlungsverzug, hat es nun durch die Streichung eines Großteils der Schulden die Chance auf einen Neuanfang erhalten. Trotzdem sind öffentliche Verschuldungsindikatoren weiterhin alarmierend und es ist unklar, inwieweit Guinea-Bissau nötige externe Gelder mobilisieren kann. So war es die letzten Jahre so gut wie von jeglicher externer Finanzierung abgeschnitten.
  • Durch den Schuldenerlass und die Verringerung des Überschuldungsrisikos wurde das Schenkungselement für Neukredite merklich heruntergesetzt, so dass sich Guinea-Bissau nun teurer verschulden darf. Dies mag zwar die Mobilisierung von Geldern erleichtern, bedeutet jedoch ein höheres Risiko einer Neuüberschuldung, da das Land weiterhin bettelarm ist und kaum Einkommensmöglichkeiten besitzt. Essenziell sind Investitionen in Infrastruktur, Wirtschaft und die Bevölkerung, wozu das Land jedoch nichtrückzahlbare Zuschüsse sowie hochkonzessionäre Kredite benötigt.
  • Ein Risiko stellt die ausbleibende Verbesserung der unsicheren, politischen Lage und Sicherheitslage dar, da dies die Mobilisierung von externer Unterstützung erschweren kann. Politische Instabilität und kontinuierliche, sicherheitspolitische Probleme behindern ausländische Direktinvestitionen, Wirtschaftswachstum, die Entwicklung vernünftiger, wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und die soziale Entwicklung.
  • Guinea-Bissau verzeichnet seit Jahren ein untragbares, fiskalisches und Leistungsbilanz-Defizit.
  • Die Exportbasis von Guinea-Bissau ist nur gering diversifiziert (hauptsächlich Cashew-Nuss), so dass eine geringe Nachfrage nach Exportgütern, niedrige Weltmarktpreise und schlechte Wetterbedingungen ein hohes Risiko darstellen.