Honduras

Allgemeines zur Wirtschaft Honduras

Honduras, eines der ärmsten Länder Zentralamerikas, leidet unter verschiedenen strukturellen Problemen, z.B. unter einer ungleichen Einkommensverteilung und hoher Arbeitslosigkeit. Traditionell konzentriert sich die Exportwirtschaft von Honduras auf Bananen und Kaffee, so dass Honduras nicht nur eine schmale Exportbasis besitzt, sondern auch hinsichtlich schwankender Weltmarktpreise und Wetterbedingungen verletzlich ist. Honduras ist dabei besonders gefährdet hinsichtlich des Klimawandels. Die Forstwirtschaft ist ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftszweig, wobei der Export von Nadelhölzern zu einer ökologisch bedenklichen Abholzung geführt hat. Die Herstellung von Textilien, Konsumgütern und Elektrogeräten in der sogenannten „Maquila-Industrie“ (hiermit werden Montagebetriebe (auf Niedriglohn-Niveau) bezeichnet, die importierte Einzelteile oder halbfertige Ware zu Fertigware für den Export zusammensetzen) ist ein voranschreitender Wirtschaftszweig, wobei die dort hergestellten Exportwaren vor allem für den US-Markt produziert werden. Honduras wirtschaftliche Aktivität ist direkt abhängig von der US-amerikanischen, z.B. durch die hohe Abhängigkeit des Landes von Rücküberweisungen der Migrant/innen, die zu einem Großteil in den USA leben; durch den hohen Anteil an US-amerikanischen Direktinvestitionen in Honduras und durch den hohen Import- und Exportanteil. 2006 half ein Freihandelsabkommen mit den USA ausländische Direktinvestitionen zu fördern, jedoch schrecken viele Investor/innen vor der politischen Unsicherheit, der hohen Kriminalitätsrate und der Korruption zurück.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)76,340
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)144,5150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)4,915
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)65,849
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)230,2200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)2,379 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)65,655 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2005
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1990 (Houston), 1992 (London), 1996 (Naples 50%) 1999 (Naples), 2004 (Cologne), 2005 (HIPC-Exit)
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Mittel


Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Risiken für Schuldentragfähigkeit
:

  • 2008 machten die Rücküberweisungen der im Ausland (vor allem in den USA) lebenden Honduraner/innen 20% des BIP aus. Rücküberweisungen sind für Honduras damit die wichtigste Devisenquelle. Allerdings sind in Folge der Finanzkrise viele Honduraner/innen in den USA arbeitslos geworden. Sie konnten aus diesem Grund weniger oder gar kein Geld mehr an ihre Familien nach Hause schicken. Die Rücküberweisungen gingen in den ersten neun Monaten 2009 gegenüber dem Vorjahr um 13,1% zurück. Das Einkommen der betroffenen Familien sank dadurch erheblich.
  • Dies verschärfte die ohnehin schwierige Lage in Honduras zusätzlich, denn das Land wurde von der globalen Wirtschaftskrise erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Exporte in die USA brachen ein, die Importpreise für Erdöl und Getreide blieben weiterhin hoch, die Kaufkraft der Bevölkerung sank.
  • politische Spannungen im Land verschrecken Investor/innen

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