Kamerun

Allgemeines zur Wortschaft Kameruns

Kameruns Wirtschaft ist noch immer stark durch den land- und forstwirtschaftlichen Sektor geprägt: Holz-, Agrar-, aber auch Erdölexporte sind die wichtigsten Exportgüter. Die Ölförderung stellt dabei einen wichtigen aber auch umstrittenen Zweig der Wirtschaft dar: Intransparenz und Korruption behindern die vernünftige Verteilung der Einnahmen und Projekte, wie die umstrittene Erdöl-Pipeline Tschad-Kamerun, stehen wegen ihren ökologischen und sozialen Konsequenzen stark in der Kritik. Die wirtschaftliche Entwicklung Kameruns ist stark von externen Schocks, wie der Weltmarktpreisentwicklung von Kakao und Öl und klimatische Schwankungen, beeinflusst. So kam es z.B. 2009 aufgrund der niedrigen Öl- und Kakaopreise zu einer bedeutenden Verlangsamung des wirtschaftlichen Wachstums. Auch strukturelle Probleme wie eine hohe ungleiche Einkommensverteilung, Intransparenz und ein zu kopflastiger Staatsdienst behindern die wirtschaftliche Entwicklung. Der informelle Sektor macht vor allem in städtischen Gebieten einen erheblichen Teil des Wirtschaftsgeschehens aus. Ein Großteil der kamerunischen Bevölkerung lebt noch immer unter der Armutsgrenze.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)16,940
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)59,6150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)2,715
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)25,349
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)138,6200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)5,288 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)444,977 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2006
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1989 (Classic), 1992 (Houston), 1994 (London), 1995, 1997 (Naples 50%), 2001 (Cologne), 2006 (HIPC-Exit)
Privat:  2003

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Mittel

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit:

  • exogene Schocks: geringe Exportnachfrage, schwankende Weltmarktpreise für Öl, usw.
  • hat laut IWF und Weltbank schwache Wachstumsaussichten aufgrund der mangelhaften Infrastruktur, schwacher öffentlicher Institutionen und der hohen Abhängigkeit vom Ölsektor, also wenige andere Einkommensquellen außer Öl
  • weniger günstige Finanzierungsmöglichkeiten