Komoren

Allgemeines zur Wirtschaft der Komoren

Der kleine Inselstaat Komoren zeichnet sich durch eine wenig diversifizierte, schwache Wirtschaftsbasis, durch kontinuierliche, politische Instabilitäten und einen hohen Anteil an Subsistenzwirtschaft aus. Probleme der komorischen Wirtschaft sind dabei der fehlende Anreiz für Privatinvestitionen, der desolate Zustand der Infrastruktur und strukturelle Schwierigkeiten, wie kaum vorhandene Mineralien und Rohstoffe, außerdem eine hohe Bevölkerungsdichte und nur eine begrenzte Verfügbarkeit an Land. Der Exportsektor basiert hauptsächlich auf Vanille und Ylang-Ylang, die jedoch nur wenig Exporteinnahmen einbringen, da der Weltmarkt für diese Produkte gesättigt ist. Der Tourismus ist noch wenig entwickelt und deshalb kaum konkurrenzfähig. Die Komoren sind durch ihre geographische Lage anfällig für Naturkatastrophen. Der Inselstaat hat im August 2010 den „Decision Point“ und damit den Einstieg in die Schuldenerlass-Initiative von IWF und Weltbank erreicht.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)22,440
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)160,3150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)0,715
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)24,549
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)102,6200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)145,043 Mio.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)592 Tsd.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2010 – Completion Point 2012
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 2009 (Naples), 2010 (Cologne), 2013 (HIPC-Exit)
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: in Zahlungsverzug

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit:

  • keine Verbesserung der prekären innenpolitischen Lage
  • die hohe Verletzlichkeit hinsichtlich exogener Schocks, wie hohe Lebensmittel- und Ölpreise auf dem Weltmarkt und damit hohe Importkosten für das Land, niedrige Weltmarktpreise für die Hauptexportgüter Vanille und Ylang-Ylang sowie eine geringe Nachfrage und damit wenig Exporteinnahmen
  • keine Möglichkeit, in die Verbesserung der Infrastruktur zu investieren
  • ausbleibendes oder niedriges Wirtschaftswachstum
  • Naturkatastrophen
  • kein schnelles Erreichen des „Completion Points“, also des Entscheidungspunktes in der HIPC-Initiative, der nötig ist, um einen vollständigen Schuldenerlass zu erreichen. Das Erreichen des Completion Points hängt von der Umsetzung der von IWF und Weltbank gewünschten Reformen ab.

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