Mali

Allgemeines zur Wirtschaft Malis

Unter den 25 ärmsten Ländern der Welt, ist Mali ein afrikanischer Binnenstaat, der sehr stark von seinem Goldabbau und landwirtschaftlichen Exporten abhängt. Fallen Ernteerträge, Goldpreise auf dem Weltmarkt und Preise für die landwirtschaftlichen Exportgüter auf dem Weltmarkt geringer aus, verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation des Landes automatisch dramatisch. Mali bleibt weiterhin stark auf Schenkungen aus der Entwicklungshilfe angewiesen. Die wirtschaftliche Aktivität ist auf die Gegenden beschränkt, die vom Fluss Niger bewässert werden. Allerdings sind über 65% des Landes Wüsten oder Halbwüsten. Knapp 80% der Arbeitsplätze befinden sich im Agrarsektor und im Fischfang. Die industrielle Aktivität ist lediglich auf landwirtschaftliche Güter beschränkt. Da die Goldproduktion immer weiter sinkt, versucht Mali, Baumwollanbau und Eisenerzförderung auszubauen, um die Einnahmequellen zu diversifizieren. Externe Handelsrouten für den Binnenstaat wurden durch Unruhen im angrenzenden Land Elfenbeinküste gefährdet. Allerdings baut Mali aktuell ein Straßennetzwerk, dass das Land mit allen benachbarten Staaten verbinden soll.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)32,140
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)101,4150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)2,315
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)36,749
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)181,7200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)3,416 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)87.371 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2003
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1988, 1989 (Toronto), 1992 (London), 1996 (Naples), 2000 (Cologne), 2003 (HIPC-Exit)
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Mittel

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit / Entwicklung der Verschuldungsindikatoren:

  • keine Verbesserung der Sicherheitslage vor allem im Norden Malis
  • ein massiver Rückgang in der Goldproduktion (mehr als 16%) aufgrund einer verspäteten Öffnung einer neuen Goldmine, der die Haushaltssituation stark verschlechtert hat. Der Rückgang konnte durch hohe Einnahmen aus der Landwirtschaft einigermaßen abgemildert werden, die von positiven Wetterbedingungen profitiert hat
  • höchst verletzlich hinsichtlich schlechter Wetterbedingungen, z.B. Dürren, die die Ernteerträge und damit auch Exporteinnahmen verringern
  • höchst verletzlich hinsichtlich der Nachfrage und internationalen Preise für Gold. Mali profitiert sehr von seinen Goldexporten, die Produktion wird jedoch als abnehmend vorhergesagt, so dass andere Einkommensquellen erschlossen werden müssen
  • verschlechtern sich Kreditkonditionen, bekommt Mali also weniger zinsgünstige Kredite, kann dies zu einer massiven Gefahr für Schuldentragfähigkeit werden, da Mali stark von externen Geldern abhängig ist
  • In der aktuellen Schuldentragfähigkeitsanalyse von November 2011 wird Mali für Infrastrukturprojekte (2012 – 2014) eine Kreditvolumen von 100 Millionen US-Dollar auf nichtkonzessionärer und damit teurer Basis zugestanden, da für diese Projekte keinerlei konzessionäre Mittel zur Verfügung stehen. Infrastrukturprojekte bringen naturgemäß keine direkten Einnahmen, sondern nur indirekte Einnahmen z.B. aufgrund der Verbesserung von Transportwegen

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