Mazedonien

Allgemeines zur Wirtschaft Mazedoniens

Mazedonien gilt angesichts eines sehr niedrigen Wirtschaftswachstums im Vergleich zu anderen Transformationsstaaten und einem geringen BIP-pro-Kopf, als einer der ärmsten Staaten Europas. Auch wenn das Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren gestiegen ist, hat die globale Finanzkrise das Land in eine Rezession gestürzt. Das Land litt lange unter einer sehr ausgeprägten Korruption, einem zu großen Beamtenapparat und der Ineffizienz der industriellen Betriebe, was durch starke Reformanstrengungen größtenteils beseitigt wurde. Ein wirtschaftliches Hauptproblem ist die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit (2009 rund 30%). Der informelle Wirtschaftssektor macht einen großen Teil der nationalen Wirtschaftsleistung aus. Mazedonien gilt als eine kleine offene Volkswirtschaft, die bei zwei Millionen Menschen mit geringer Kaufkraft kaum in die eigenständige Produktion investiert. Daher müssen in fast allen denkbaren Bereichen Güter importiert werden. Hauptexportprodukte sind Ferronickel und Ferrosilizium, Buntmetalle, Eisen und Stahl, Textilien, Erdölprodukte, Tabak und Wein. Durch die hohe Abhängigkeit von Importen weist das Land ein dramatisch hohes Handelsdefizit auf. Dieses wird jedoch durch Überweisungen von Migrant/innen im Ausland und durch internationale Hilfe abgemildert. Die Land- und Forstwirtschaft ist weiterhin ein wirtschaftlicher Schlüsselsektor. Etwa 22% der Gesamtbeschäftigung erfolgt in der Landwirtschaft. Beinahe 40% der Bevölkerung leben im ländlichen Raum und betreiben Landwirtschaft häufig zur Eigenversorgung. Der Dienstleistungssektor ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Bereich touristischer Dienstleistungen wird Mazedonien Wachstumspotenzial bescheinigt.

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)65,740
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)130,5150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)17,615
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)38,249
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)138,5200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)7,241 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)977,515 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1995 (Classic), 2000 (Ad Hoc)
Privat:  1997

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: keine Einschätzung vorgenommen worden

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit:

  • geringere Rücküberweisungen, die das Handelsdefizit mildern und das Budget Mazedoniens stützen würden
  • hohe Preise auf dem Weltmarkt für Importgüter, niedrige Preise für Exportgüter, bzw. geringere Nachfrage nach Exportgütern: dies kann das Handelsdefizit noch verschlimmern
  • Turbulenzen auf dem europäischen Markt können auf Mazedonien überschwappen, z.B. durch geringere Nachfrage nach Exportgütern, verschlechterter Zugang zum Kapitalmarkt, der für Mazedonien essenziell ist, um das fiskalische Defizit und Schuldendienst finanzieren zu können