Mongolei

Allgemeines zur Wirtschaft der Mongolei

Die wirtschaftliche Aktivität der Mongolei basiert zu einem großen Teil noch auf Viehzucht und Landwirtschaft. Die zahlreichen Vorkommen an Bodenschätzen, wie z.B. Kupfer, Gold, Kohle, Uran und Zinn, ziehen jedoch viele ausländische Investor/innen ins Land. Ein Abbau ist auf Grund des Klimas und der mangelnden Infrastruktur jedoch nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Die Exporte dieser Vorkommen machen den größten Teil der Direktinvestitionen und staatlichen Einnahmen aus. So erreichte in den Jahren 2004-2008 das Wirtschaftswachstum nahezu 9%, da Weltmarktpreise für Kupfer und entdeckte Goldvorkommen dem Land zugute kamen. Die Landwirtschaft bleibt jedoch weiterhin der wichtigste Wirtschaftszweig und bildet für ca. 45% der Bevölkerung die Existenzgrundlage. Der Tourismus ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen und für das Land zu einer wichtigen Einnahmequelle für Devisen geworden.

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)186,240
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)325,1150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)21,215
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)76,549
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)275,3200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)20,826 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)1,361 Mrd.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: k.A.
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Niedrig

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit / Entwicklung der Verschuldung:

  • Die globale Finanzkrise hat die Mongolei hart getroffen, da das Land stark von Mineralexporten abhängt und die Nachfrage hier dramatisch eingebrochen ist. Ende 2009 stand die Wirtschaft des Landes vor einem Kollaps: Das Budgetdefizit konnte nicht finanziert werden, internationale Reserven der Zentralbank schwanden rapide, die Inflation war im zweistelligen Bereich und das Bankensystem unter starkem Stress. Ein Kreditprogramm mit dem IWF half dem Land finanziell einen Zusammenbruch zu verhindern, auch wenn dieses neue, eigentlich unnötige Schulden und harte Konditionen bedeutet. Ein hoher internationaler Kupferpreis half außerdem, die Wirtschaft zu stabilisieren
  • Verschlechterte klimatische Bedingungen im Winter zerstörten einen Teil der landwirtschaftlichen Erträge. Vor allem die Viehzucht litt unter den winterlichen Bedingungen, ein wichtiges Standbein der mongolischen Wirtschaft.
  • 2011 sollen staatliche Ausgaben und das Defizit steigen, vor allem aufgrund höher Importe in Bezug auf die Erschließung neuer Minen. Diese sollen vor allem durch inländische Schuldenaufnahme finanziert werden.
  • Wachstumsaussichten werden rein auf zwei Bergbauminen gesetzt, die 2013 und 2016 starten sollen. Ausländische Direktinvestitonen, Importe usw. sind auf diese beiden Minen bezogen. Auch wenn dadurch Defizite, Schulden und Schuldendienst steigen, bleibt die Mongolei für IWF und Weltbank auf einem niedrigen Überschuldungsrisiko. Die Beurteilung hängt damit zusammen, dass man zu 100% davon ausgeht, dass die Minen der Mongolei ein Wachstum im zweistelligen Bereich bescheren und die Mongolei sogleich zu einem Mitteleinkommensland aufsteigt. Damit erhält das Land auch zu einem Großteil nur noch sehr teure Kredite