Mosambik

Allgemeines zur Wirtschaft Mosambiks

Mosambik gehörte lange zu den ärmsten Ländern der Welt. Wirtschaftsentwicklung schien aufgrund des langjährigen Bürgerkriegs, fehlenden politischen Strukturen und einem untragbar hohen Schuldenberg nicht möglich. Durch die Beendigung des Bürgerkriegs im Jahr 1992 wurde der wichtigste politische Baustein für eine bessere Zukunft des Landes endlich gelegt. 2001 kam der Schuldenerlass von mehr als 4 Milliarden Euro hinzu. Die vorbildliche Wirtschaftsentwicklung, die Mosambik in den Folgejahren aufwies, wurde jedoch zu einem großen Teil von einigen wenigen exportorientierten Großunternehmen getragen, wie der MOZAL-Aluminiumschmelze. Die Fähigkeit, Schulden zu bezahlen, hängt damit vor allem an einer florierenden Exportwirtschaft. Auch ist Mosambik weiterhin sehr abhängig von ausländischen Hilfszuflüssen, die mehr als die Hälfte des Staatshaushalts ausmachen. Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig, über 80% der Bürger/innen finden hier ihre Existenzgrundlage. Damit ist die Wirtschaft Mosambiks stark von externen, und damit nicht beeinflussbaren Faktoren wie Unwettern und schwankenden Weltmarktpreisen abhängig. Illegaler Holzeinschlag sowie extensive Landnutzung (Brandrodung, Monokulturen, Bodenerosion) stellen in einigen Landesteilen Gefahren für Umwelt und Natur dar. Periodisch wiederkehrende Überschwemmungen an den großen Flüssen, tropische Zyklone und Dürren besonders im Süden des Landes, unterstreichen Mosambiks relative Anfälligkeit für Naturkatastrophen.

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)45,040
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)128,8150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen(%)2,315
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)57,549
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)174,9200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)7,792 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)176,837 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus: 

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2001
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1984 (Classic), 1987 (Ad Hoc), 1990 (Toronto), 1993 (London), 1996 (Naples), 1998, 1999 (Lyon), 2001 (HIPC-Exit)
Privat:  1991, 2007

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Niedrig

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit / Entwicklung der Verschuldung:

  • Die Einschätzung von IWF und Weltbank bleibt immer noch bei einem „niedrigen Verschuldungsrisiko“. Allerdings betrachten sie bei der Beurteilung nicht alle Schulden. Nur die Schulden, die vom Staat abgesichert werden, fließen in ihre Analyse ein (1,6 Milliarden Dollar). Jedoch schulden private mosambikanische Schuldner/innen dem Ausland weitere 2,9 Milliarden Dollar. Damit hat Mosambik einen gesamten Auslandsschuldenstand von 4,5 Milliarden Dollar.
  • Weiterhin wird die Kategorisierung trotz nicht tragfähiger Indikatoren damit gerechtfertigt, dass Investitionen in neue Einkommensmöglichkeiten und in den Ausbau der Infrastruktur maßgeblich die Wirtschaft voran bringen sollen. Richtig ist, dass der Bau einer besseren Straße den Transport von Waren erleichtert. Nun müssen Zement, Arbeiter/innen, Baugeräte usw. aber erst einmal bezahlt, der Bau der Straße zunächst mal umgesetzt werden, bevor dadurch reales Geld in die Staatskassen fließt. Für diese wirtschaftsfördernden Investitionen legt der IWF für Mosambik ein bestimmtes Volumen an „nicht-konzessionären“ Krediten fest, die höhere Zinsen und eine kürzere Laufzeit haben. Sie müssen in ausländischer Währung zurückgezahlt werden. Logischerweise fällt die Schuldenlast allein durch die Kreditkonditionen höher aus.
  • Wenn weniger Exporte ausgeführt werden, als von IWF angenommen oder die Investitionen doch kein Wachstum bringen, ist die Schuldenlast auch in diesem Fall viel höher als geplant. IWF und Weltbank gehen in der Schuldentragfähigkeitsanalyse jedoch von der Grundannahme aus, dass die geplanten Investitionen fruchten und das BIP- und Exportwachstum maßgeblich erhöhen und privates Kapital anlocken werden.

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