Namibia

Allgemeines zur Wirtschaft Namibias

Namibia ist ein Staat im südlichen Afrika, der sich durch eine stabile parlamentarische Regierungsführung auszeichnet und zu den Mitteleinkommensländern in der oberen Pro-Kopf-Einkommensklasse zählt. 60% des Exportvolumens wird durch den Abbau vorhandener Bodenschätze wie Uran, Silber, Gold, Kupfer und Zinn getragen. Daneben sind die Landwirtschaft, der Fischfang und die Weiterverarbeitung des Fisches sowie die Tourismusindustrie wichtige Wirtschaftszweige. Verarbeitende Industrien sind kaum vorzufinden. Trotz der starken Bedeutung des Bergbaus besonders für den Außenhandel, sind nur etwa 2% der Bevölkerung Namibias in diesem Sektor beschäftigt. Neben dem landwirtschaftlichen Bereich ist der Staat der größte Arbeitgeber. Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit (nach letzter Schätzung etwa 27% (2012)) stellt für die namibische Regierung eine große Herausforderung dar.

Unter den knapp 2,3 Millionen Einwohner/innen herrscht eine starke Ungleichverteilung der Einkommensverhältnisse. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Besonders aus Südafrika importiert Namibia Kraftfahrzeuge, Maschinen, Erdöl und Erdölerzeugnisse. Die beständige Bedrohung durch lange Trockenperioden machen den Import von Nahrungsmitteln, insbesondere Getreide, lebensnotwendig.

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)49,040
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)129,6150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen(%)k.A.15
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)24,749
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)74,0200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)5,993 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)k.A.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: k.A.
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Keine Einschätzung vorgenommen worden.

 

Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Risiken für die Entwicklung der Schuldentragfähigkeit:

  • Namibia hat aktuell kein Schuldenproblem. Allerdings steigt sowohl die öffentliche als auch die Auslandsverschuldung rasant: Die öffentliche Verschuldung stieg seit der globalen Finanzkrise von 16% im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt auf 29% in 2013. Die Auslandsverschuldung stieg von 28% in 2009 auf fast 40% in 2013.
  • Aufgrund der Abhängigkeit des Exports von Rohstoffen, ist die namibische Wirtschaft Preisschwankungen auf dem Weltmarkt ausgesetzt.
  • Ein staatlich gefördertes Beschäftigungsprogramm zum Abbau der Arbeitslosigkeit ist mit dafür verantwortlich, dass die Neuverschuldungsquote hoch bleibt, denn das Programm belastet den öffentlichen Haushalt.
  • Namibia ist stark vom Klimawandel betroffen. Anhaltende Trockenperioden belasten die Versorgungssituation der Bevölkerung. Auch die öffentliche Hand kann in Zukunft stärker belastet sein, sollten stärkere Trockenperioden dazu führen, dass mehr Lebensmittel aus dem Ausland importiert werden müssen.

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