Niger

Allgemeines zur Wirtschaft Nigers

Niger ist ein Binnenstaat, dessen Wirtschaft sich hauptsächlich auf Subsistenzwirtschaft beschränkt. Dürren, Desertifikation und eine schnell wachsende Bevölkerung stellen große Probleme für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes dar. Im Rahmen der HIPC-Initiative von IWF und Weltbank erhielt Niger einen umfassenden Schuldenerlass, der dem Land ermöglichte, in Programme zur Gesundheitsförderung, Bildung, HIV- und Aids-Prävention und in die Verbesserung der ländlichen Infrastruktur zu investieren. Durch Nigers hohe Verletzlichkeit im Hinblick auf Naturkatastrophen und Wetterschwankungen, die hohe Abhängigkeit von internationalen Hilfszuschüssen und aufgrund von hemmenden, strukturellen Faktoren, ist das Land in seiner wirtschaftlichen Entwicklung und im Hinblick auf Schuldentragfähigkeit gefährdet. Ein zukünftiges Wirtschaftswachstum könnte durch Investitionen in den Bereich um Öl, Gold, Kohle und anderen Mineralien gefördert werden.

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)34,740
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)143,0150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)2,515
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)32,149
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)136,1200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)2,584 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)59,054 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2004
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1983, 1984, 1985, 1986 (Classic),1988 (Ad Hoc), 1988, 1990 (Toronto), 1994 (London), 1996 (Naples), 2001 (Cologne), 2004 (HIPC-Exit)
Privat:  1984, 1986, 1991

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Mittel

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit:

  • Wie viele Entwicklungsländer ist Niger im Hinblick auf „exogene Schocks“ gefährdet. Damit sind Geschehnisse gemeint, die das Land nicht beeinflussen kann, wie z.B. Unwetter, Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt, usw.
  • Die Sicherheitslage der Region beeinflusst auch die wirtschaftliche Aktivität im Niger, so dass eine Verschlechterung der Sicherheitslage negativen Einfluss auf die Schuldentragfähigkeit hat.
  • Die Übernahme von staatlichen Garantien und die Aufnahme von zum Teil teuren Krediten für den Ausbau des Rohstoffsektors macht das Land verwundbarer im Hinblick auf oben genannte Schocks

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