Nigeria

Allgemeines zur Wirtschaft Nigerias

Der zweitgrößte Erdölexporteur Afrikas und achtgrößte der Welt, ist durch politische Instabilität, Korruption, mangelhafte Infrastruktur und eine schlechte Wirtschaftspolitik gehemmt. Der Ölsektor ist dabei für ca. 80% des Budgeteinkommens und 90% der gesamten Exporterlöse verantwortlich, so dass das Land wirtschaftlich stark von der Förderung und dem Ölexport abhängt. Es besteht daher eine hohe Verletzlichkeit hinsichtlich niedriger Weltmarktpreise, jedoch auch ein hoher Nutzen hoher Weltmarktpreise. So haben die steigenden internationalen Preise für Öl dem Land 2007 bis 2010 zu einem stetigen und stabilen Wirtschaftswachstum verholfen. Trotz der wirtschaftlichen Konzentration auf Erdöl ist Nigeria ein vorwiegend agrarisch geprägtes Land. Ein Großteil der arbeitsfähigen Bevölkerung findet hier Beschäftigung. Nigeria war ursprünglich in der Liste der Entschuldungskandidaten unter HIPC, wurde im Nachhinein jedoch von den Finanzinstitutionen wieder aus verschiedenen und zum Teil recht willkürlichen Begründungen gestrichen.

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)4,940
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)31,2150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)0,815
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)10,549
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)99,74200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)26,858 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)702,825 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1986, 1989 (Classic), 1991, 2000 (Houston), 2005 (Ad Hoc)
Privat:  1983, 1984, 1987, 1988, 1989, 1991

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Niedrig

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit / Verletzlichkeiten:

  • Ölpreisschocks (niedrige Ölpreise auf dem Weltmarkt)
  • Abnahme der Ölproduktion
  • ausbleibende Diversifizierung der Wirtschaft