Philippinen

Allgemeines zur Wirtschaft der Philippinen

Die philippinische Wirtschaft weist einen für Entwicklungsländer typischen Gegensatz auf: Auf der einen Seite vor allem im ländlichen Bereich Armut und landwirtschaftliche Subsistenzproduktion, auf der anderen Seite eine gut entwickelte Industrie und ein anziehender Dienstleistungssektor in städtischen Bereichen. Durch die Konzentration des landwirtschaftlichen Sektors auf die Subsistenzlandwirtschaft hat dieser Sektor einen recht geringen Anteil an der Wirtschaftsleistung des Landes, obwohl hier noch ein Großteil der Bevölkerung beschäftigt ist. Dabei lebt ein großer Teil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, es herrscht eine hohe Arbeitslosenrate und die Einkommensverteilung ist extrem ungleich. Im Bereich der Industrie ist die Elektronik-Industrie wichtigstes Standbein, im Bereich der Dienstleistung vor allem der Telekommunikationssektor. Das Investitionsklima ist aufgrund von Intransparenz, Korruption und verschiedenen Einschränkungen für ausländische Investoren relativ schlecht. Aufgrund von Vorkommen an Gold, Kupfer und Nickel könnte der Bergbau ein zukunftsträchtiger Sektor sein. Eine stabilisierende Wirkung entfalten die hohen Rücküberweisungen von Auslands-Filipinos, die den Binnenkonsum zuverlässig stützen. Zusammen mit dem Boom der Outsourcing-Industrie befeuerten diese Überweisungen auch den aktuellen Bauboom vor allem in Metro Manila. Die ausländischen Direktinvestitionen haben sich weiterhin nicht zufriedenstellend entwickelt, gerade auch im regionalen Vergleich.

Bevölkerungswachstum, Siedlungsdruck und Raubbau an den natürlichen Ressourcen führen allerdings zu einer Verschlechterung des Zustands der philippinischen Umwelt. Die Regierung hat darauf mit einer Reihe relativ moderner und ambitionierter Umweltgesetze zum Schutz des Regenwalds, der maritimen Ressourcen, der Reinhaltung von Luft, Wasser und der Abfallbehandlung reagiert. Allerdings lässt die Durchsetzung der Regeln oft zu wünschen übrig. Da die Philippinen zu den von den Folgen des Klimawandels und Naturkatastrophen am meisten gefährdeten Ländern zählen, haben diese Versäumnisse immer wieder fatale Folgen.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)22,740
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)95,1150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)7,515
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)36,449
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)188,6200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)77,658 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)6,096 Mrd.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014

 

Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1984, 1987, 1989 (Classic), 1991, 1994 (Houston)
Privat: 1986, 1987, 1990, 1992

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Keine Einschätzung vorgenommen worden

 

Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Verwundbarkeiten im Hinblick auf Schuldentragfähigkeit:

Philippines Schuldendynamik wird von IWF zwar als stabil eingeschätzt, bleibt aber angesichts des hohen Anteils von Fremdwährungskrediten für Wechselkursschwankungen weiterhin anfällig.

Zudem ist das Land hoch anfällig für Naturkatastrophen, wodurch sich die Schuldentragfähigkeit verschlechtern kann.

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