São Tomé & Príncipe

Allgemeines zur Wirtschaft Sao Tomé und Principes

Unzureichende Staatseinnahmen, hohe Auslandsverschuldung und die massive Abwertung der Landeswährung machen den afrikanischen Inselstaat São Tomé und Príncipe von internationaler Hilfe abhängig. Laut dem Auswärtigen Amt liegen die Hauptprobleme der Wirtschaft des Landes in seiner geographischen Lage, in der geringen Bevölkerungszahl, seinem niedrigen Einkommensniveau und in politischer Instabilität verursacht durch häufige Regierungswechsel. Circa 50% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. São Tomé und Príncipe ist dabei im Hinblick auf ausländische Deviseneinnahmen vor allem von seinen Kakaoexporten abhängig, danach folgen Palmöl, Copra und Kaffee. Jedoch sind Importausgaben deutlich höher als Exporteinnahmen, so dass das Land ein untragbares Handelsdefizit aufweist. Importierte Produkte sind vor allem Treibstoffe, Lebensmittel und Maschinen. Der Hauptwirtschaftszweig ist der Dienstleistungssektor. Darauf folgt die Landwirtschaft, in der 65% der Bevölkerung beschäftigt sind und als letztes die Industrie. Die wichtigsten Industriezweige sind der Bausektor, Textilindustrie, Getränkeherstellung, Fischverarbeitung und die Holzindustrie.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)59,040
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)141,4150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)3,215
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)59,049
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)257,4200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)211,910 Mio. (2014)
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)13,655 Mio. (2014)

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2015


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2007
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 2000 (Naples), 2005 (Cologne), 2007 (HIPC-Exit)
Privat:  1994

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Hoch

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit / Entwicklung der Verschuldungsindikatoren:

  • Steht limitiertem Zugang zu externen Finanzierungsmöglichkeiten gegenüber. Hauptgeber ist die Weltbanktochter IDA. Während der Finanzkrise hat das kleine Land unter der Kreditverknappung besonders gelitten.
  • Die Verschuldung ist momentan nicht tragfähig.
  • Profitiert momentan von der mit Nigeria vereinbarten „Joint Development Zone“ (JDZ), in der Öl produziert wird und wovon ein Teil der Exporteinnahmen durch das Öl in die „Joint Development Agency“ (JDA) fließt. Das Land erhält von der JDA 40% der Öleinnahmen, die wiederum im „National Oil Account“ gesammelt werden. Aus diesem fließt wiederum Geld ins Budget des Staates. Wird der Account nicht „aufgefüllt“ (werden also keine neuen Vereinbarungen über die Verteilung der Einnahmen beschlossen), ist dieser zum Jahr 2014 verbraucht. Unsichere Ölaussichten stellen also ein signifikantes Risiko für die Liquidität des Landes dar, angesichts des Potentials, einer von Afrikas größten Ölproduzenten zu sein. Das Land soll im Jahr 2015 selbst Öl fördern.
  • Hat, wie viele kleine Inselstaaten, eine hohe Verwundbarkeit hinsichtlich verschiedener exogener (nicht beeinflussbarer Schocks): wenig Export- und BIP-Wachstum, vor allem ausbleibende Ölproduktion / ausbleibende Entwicklung des Ölsektors, der als absolut essenziell für die Entwicklung der Verschuldungssituation gesehen wird, sowohl im positiven als auch negativen Sinne. In den Worten des normalerweise rhetorisch eher optimistischen IWF: ohne Ölproduktion „explodiert“ die Schuldenlast.

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