Senegal

Allgemeines zur Wirtschaft Senegals

Zwar ist Senegal im Vergleich zu anderen westafrikanischen Ländern in einem wirtschaftlich recht weit entwickelten Zustand, trotzdem hängt es weiter stark von internationalen Entwicklungshilfezuschüssen ab. Der größte Wirtschaftszweig ist der Dienstleistungssektor, auch wenn knapp 80% der Bevölkerung noch immer eine Existenzgrundlage in der Landwirtschaft finden müssen, dem kleinsten wirtschaftlichen Bereich Senegals. Aufgrund des trockenen Klimas können nur 16% der Landfläche für den landwirtschaftlichen Anbau genutzt werden. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Einnahmequellen sind Erdnüsse und Baumwolle: Senegal gehört weltweit zu den größten Erdnussproduzenten. Weil große Teile der Nutzfläche für den Erdnussanbau gebraucht werden, kann der Eigenbedarf an Grundnahrungsmitteln nicht gedeckt werden. Daher müssen vor allem Reis und Weizen importiert werden. Senegal zählt damit zu den Nahrungsmittelimporteuren und ist hinsichtlich hoher Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt äußerst verwundbar. Einen großen Wirtschaftszweig stellt die Fischzucht dar. Insgesamt ist Fischfang heute das wichtigste Exportgut Senegals und konnte den früher dominierenden Erdnussanbau ablösen. Das Land besitzt eine recht gut entwickelte, auf die Großstädte konzentrierte, verarbeitende Industrie, doch das Industriekapital liegt hauptsächlich in ausländischer Hand. Wichtige Industriezweige sind Lebensmittel- (Öl, Fisch, Zucker), chemische Industrie und Textilverarbeitung. Senegal ist vor allem mit klimatischen Risiken konfrontiert, die seine Volkswirtschaft immer wieder vor harte Herausforderungen stellen. Hierzu gehören geringe Niederschläge, fortschreitende Abholzung, Überweidung, Bodenerosion und Missernten.

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)58,140
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)186,6150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)7,915
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)54,049
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)153,0200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)5,654 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)359,629 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC-Decision Point 2000 – Completion Point 2004
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1981, 1982, 1983, 1985, 1986(Classic), 1987 (Ad Hoc), 1989, 1990, 1991 (Toronto), 1994 (London), 1995, 1998 (Naples), 2000 (Cologne), 2004 (HIPC-Exit)
Privat:  1984, 1985, 1990, 1996

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Niedrig

Risiken für Schuldentragfähigkeit / Entwicklung der Verschuldungsindikatoren:

  • Verwundbarkeit hinsichtlich exogener Schocks: so verschlechtere klimatische Bedingungen, niedrige Weltmarktpreise für die Hauptexportgüter, geringer Ernteertrag
  • hat begonnen, verstärkt nicht-konzessionäre Kredite für Infrastrukturinvestitionen aufzunehmen. Diese sind teurer und haben eine kürzere Laufzeit als sogenannte konzessionäre Kredite. Verschlechterte Kreditkonditionen, im Hinblick auf konzessionäre Kredite, stellen laut generell sehr optimistischem IWF und Weltbank ein Risiko für Schuldentragfähigkeit dar
  • Hinzu kommt, dass Senegal Nahrungsmittel für den Eigenbedarf, sowie Materialien für bestimmte Infrastrukturprojekte importieren muss. Fallen Exporterträge geringer aus als Importausgaben, verstärkt sich das Handelsdefizit
  • Hohe Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt
  • Schuldendienst wird als langfristig kontinuierlich hoch ausfallend vorhergesagt

Weiterführende Links:

Präsentation: Senegal – Schulden, Entschuldung und Entwicklung