Sri Lanka

Allgemeines zur Wirtschaft Sri Lankas

Seit dem Ende des 26 Jahre dauernden ethnischen motivierten Bürgerkrieges 2009, der die wirtschaftliche Entwicklung des Landes stark behindert hat, beginnt der Staat nun durch den Wiederaufbau der Infrastruktur, seine wirtschaftlichen Voraussetzungen zu verbessern. Allerdings steht Sri Lanka hohen Schuldendienstzahlungen, einem hohen Haushaltsdefizit und einem schwachen Verwaltungsapparat gegenüber. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Dienstleistungssektor, der knapp 60% des BIP ausmacht und 40% der Bevölkerung beschäftigt. Darauf folgen Industrie und Landwirtschaft. Etwa 1/5 der Bürger lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die bedeutendsten Exportwaren sind Textilien und Bekleidung, Tee, Edelsteine sowie Kokosnussprodukte. Mit dem Waffenstillstand 2009 gewinnt auch der Tourismus wieder an Bedeutung. Die Insel ist aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit und ihres reichen Kulturerbes (zum Beispiel des Ayurveda, einer traditionellen Heilkunst) ein beliebtes Touristenziel.

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)59,740
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)258,2150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)14,715
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)73,549
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)647,1200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)43,608 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)2,490 Mrd.
Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten
Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 2005 (Ad Hoc)
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: keine Einschätzung vorgenommen worden

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit / Entwicklung der Verschuldungsindikatoren:

  • Sri Lankas öffentliche Verschuldung hat sich seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt, da das Land kontinuierlich Kredite zur Defizitfinanzierung aufnehmen musste. Vor allem 2008, wo eine hohe Kreditklemme aufgrund der Finanzkrise herrschte, musste Sri Lanka auf inländische Kredite zurückgreifen, die zum einen teurer, zum anderen kurzlebiger sind.
  • Die Verschuldungsentwicklung Sri Lankas hängt stark an Wachstumsfaktoren; ein geringeres BIP- oder Exportwachstum verschlechtert die Verschuldungssituation sofort dramatisch.
  • Eine Währungsabwertung, die für das Jahr 2010 vorausgesagt wird, wird die Schuldenlast noch erhöhen.
  • Auch wenn die Schuldenlast von Sri Lanka an sich gesunken ist, so hat sich die eigentliche Schuldenstruktur zum Schlechten verändert: Der Hauptteil der Schulden Sri Lankas besteht aus inländischen, nicht-konzessionären (zu marktüblichen Konditionen vergebenen) Krediten, die zum Teil sehr hohe Zinsraten aufweisen (z.B. 19 Prozent im Jahr 2008 für sogenannte „T-Bonds“). Damit haben sich die Risiken und Kosten der Verschuldung erhöht.
  • Kosten für Kreditzinsen werden auf ca. 26% der öffentlichen Ausgaben geschätzt. 40% des inländischen Schuldenbergs ist aktuell fällig und birgt ein hohes Refinanzierungsrisiko.