St. Lucia

St. Lucia gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von etwa 6000€ im Jahr zu den wirtschaftlich schwächsten Staaten der östlichen Karibik. Auch wenn der landwirtschaftliche Sektor noch immer wichtig ist und weiterhin für den Export produziert (vor allem Bananen, aber auch Mangos und Avocados), ist der Dienstleistungssektor und hier insbesondere der Tourismus zum mit Abstand bedeutendsten Wirtschaftsbereich geworden. St. Lucia hängt stark vom Außenhandel ab: Ausfuhren im Wert von fast 50% stehen Einfuhren von über 60% des BIP gegenüber. Die ausländischen Direktinvestitionen sind seit 2007 von über 25% auf nur noch knapp 10% des BIP zurück gegangen. die Arbeitslosigkeit steigt weiter auf derzeit etwa 21%. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit über 45% eine der höchsten der Region.


Aktuelle Verschuldung
:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)39,240
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)75,0150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)5,715
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)79,649
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)312,0200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)527,505 Mio.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)37,064 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: k.A.
Privat:  Keine Umschuldungen

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: Mittel

 

Entwicklung der Verschuldungsindikatoren / Verwundbarkeiten im Hinblick auf Schuldentragfähigkeit:

  • St. Lucia ist höchst verletzlich hinsichtlich Naturkatastrophen. Erst im Oktober 2010 ist ein schlimmer Hurrikan über das Land gefegt und hat starke Schäden an Infrastruktur und Wirtschaft hinterlassen. Der Schaden beläuft sich auf 34% des Bruttonationaleinkommens.
  • Aufgrund hoher Wiederaufbaukosten steht die Regierung von St. Lucia einem hohen Finanzierungsengpass gegenüber.
  • St. Lucia ist verletzlich hinsichtlich weniger Wirtschaftswachstum (BNE und Exportwachtum), vor allem Exportschocks: ein Rückgang im Bananenexport – eins der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine des Landes – bedeutet negative Konsequenzen für die Schuldentragfähigkeit und die Haushaltssituation des Landes. Dies wird verstärkt durch die Notwendigkeit, Öl zu importieren. Hohe Ölpreise bei gleichzeitig niedrigen Exporteinnahmen können zu einer untragbaren Verschuldungssituation führen. Im aktuellen Fall wurde die Bananenernte durch den Hurrikan eingeschränkt, so dass ca. 45 Millionen US$ an Exporteinnahmen wegfallen. Gleichzeitig hat das Land wegen dem Anstieg der Weltmarktpreise für Öl und erhöhten Importe, die mit dem Wiederaufbau zu tun haben, aber viel höhere Importkosten.

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