Sudan

Allgemeines zur Wirtschaft Sudans

Die Wirtschaft Sudans ist durch Landwirtschaft geprägt. Das Land leidet seit etwa Mitte der 1980er Jahre unter ständigen Gewaltkonflikten. Politische Instabilität und eine schlechte Infrastruktur führten in der Vergangenheit unter anderem dazu, dass ein Großteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt und wirtschaftliche Entwicklungen konsequent gehemmt werden. Der Sudan exportiert traditionell Baumwolle, Sesam, Erdnüsse und Häute. Weitere Erzeugnisse der Landwirtschaft sind Zuckerrohr, Weizen, Hirse und Sorghum. Die Klimaverwundbarkeit, z. B. im Hinblick auf Dürren, ist ein folgenreiches Problem des Landes, da Ernteausfälle und geringere Ernteerträge nicht nur die Exporterlöse beeinflussen, sondern auch die Existenz eines Großteils der Bevölkerung des Sudans gefährden. Die angegebenen Daten beziehen sich noch auf den sudanesischen Staat vor der Unabhängigkeit des Südsudans im Jahr 2011. Der Sudan ist Kandidat für die Entschuldungsinitiative HIPC

 

Aktuelle Verschuldung:

IndikatorAusprägungGrenzwert
Auslandsverschuldung im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen (%)30,640
Auslandsverschuldung im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)369,2150
Jährlicher Schuldendienst im Verhältnis zu den jährlichen Exporteinnahmen (%)4,415
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zum BIP (%)74,049
Öffentliche Verschuldung im Verhältnis zu den öffentlichen Einnahmen (%)641,1200
Auslandsschuldenstand (US-Dollar)21,758 Mrd.
Schuldendienst: Zinsen und Tilgungen an ausländische Gläubiger (US-Dollar)260,725 Mio.

Erklärung zu den Indikatoren und Grenzwerten

Stand: 2014


Entschuldungsstatus:

Multilateral: HIPC noch nicht umgesetzt
Bilateral: Pariser Club Umschuldungen: 1979, 1982, 1983, 1984 (Classic)
Privat:  1985

Einschätzung des Verschuldungsrisikos durch IWF und Weltbank: In Zahlungsverzug

 

Risiken für Schuldentragfähigkeit / Entwicklung der Verschuldungsindikatoren:

  • Die Verschuldung des Sudans ist aktuell nicht tragfähig. Sudan bedient bereits seit Jahren keine Schulden mehr und wird voraussichtlich dazu auch in naher Zukunft nicht in der Lage sein
  • Neuschuldenaufnahme vor allem zu nicht-konzessionären Bedingungen, was bedeutet, dass diese Kredite zu teuren, da marktüblichen Konditionen vergeben wurden. Dies kann die Lage des Sudans zusätzlich verschärfen
  • ein Risiko besteht in niedrigen Weltmarktpreisen für Öl und in Zukunft in abnehmenden Ölerträgen, außerdem eine ausbleibende Diversifizierung im Nicht-Öl-Sektor. Absolut wichtig ist ein Ausbau des landwirtschaftlichen Sektors. Sudan ist also höchst verwundbar hinsichtlich exogenen (nicht beeinflussbaren) Schocks
  • hinsichtlich eines möglichen Schuldenerlasses, wofür sich der Sudan qualifiziert hat, ist eine Verbesserung der politischen Lage essenziell