Jubilee Caribbean fordert Entschuldungsoption im Katastrophenfall

Die kleinen Inselstaaten in der Ostkaribik erleben im Schnitt alle 11 Jahre einen Hurrikan von der Stärke 5. Im letzten Jahr haben „Irma“ und „Maria“ mit Windgeschwindigkeiten bis zu 300 km/h Zerstörungen von mehr als dem Doppelten der jährlichen Wirtschaftsleistung angerichtet und die Inseln wirtschaftlich um Jahre zurück geworfen.

Mit finanzieller Unterstützung von Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat sind am 15. März in Grenada Kirchenführer/innen und NGO-Aktivisten aus St. Lucia, Dominica, Grenada, St. Vincent und die Grenadinen, Barbados und Trinidad und Tobago zusammengekommen, um zu diskutieren wie nach den absehbaren Katastrophen der nächsten Hurrikan-Saison der Kreislauf von Zerstörung, wirtschaftlichem Rückschritt, Neuaufbau und erneuter Zerstörung durchbrochen werden kann. Fest steht: Keiner der kleinen Staaten mit im Schnitt 100.000 Einwohnen hat die Kapazitäten den Wiederaufbau und den überall sehr hohen Schuldendienst an die Gläubiger gleichzeitig zu finanzieren.

Konsequenterweise fordert Jubilee Caribbean, dass im Sinne des biblischen Erlassjahres die Möglichkeit einer Schuldenstreichung zur Finanzierung eines Neubeginns geschaffen werden muss. Der in Grenada verabschiedete Aufruf bringt diese Forderung auf den Punkt.

Der ökumenische Aufruf wird aktuell von mehreren Diözesen der Region, der Antillischen Bischofskonferenz, sowie Methodistischen, Baptistischen und Presbyterianischen Kirchen getragen. Die Regierungen von Grenada und Antigua und Barbuda sowie die Ostkaribische Zentralbank unterstützen den Aufruf ebenfalls.

Zusammen mit Jubilee USA und der britischen Jubilee Debt Campaign gehört erlassjahr.de zu den internationalen Partnern von Jubilee Caribbean.