IWF: Überschuldungrisiko ärmerer Länder steigt weiter an

Die neuste Aktualisierung der Einschätzung des Überschuldungsrisikos ärmerer Länder durch den IWF zeigt, dass sich der Trend zur Verschlechterung fortsetzt. Seit der letzten Aktualisierung vom 1. April 2017 wurden drei Ländern in höhere Risikokategorien eingestuft: Benin (niedrig auf mittel), Samoa (mittel auf hoch) und Gambia (im Zahlungsverzug).

Noch deutlicher wird dieser Trend, wenn man die Entwicklung der letzten zwei Jahre betrachtet. Das tut Fachinformation 57, die die Einschätzung des Überschuldungsrisikos ärmerer Länder des IWF von 2015 mit der jüngsten Aktualisierung.

Waren es vor zwei Jahren noch 20 Länder, denen der IWF ein niedriges Überschuldungsrisiko bescheinigte, trifft dies mittlerweile nur noch auf 11 Länder zu. Gleichzeitig weisen mehr Länder ein hohes Überschuldungsrisiko auf (21 im Vergleich zu 15 vor zwei Jahren) oder befinden sich gar bereits im Zahlungsverzug (5 zu 3).

Betrachtet man zwei besonders stark überschuldungsgefährdete Regionen – die Gruppe der armen hoch verschuldeten Ländern (Heavily Indebted Poor Countries, HIPC), die ab 1996 einen Schuldenerlass erhalten haben, und die kleinen Inselentwicklungsstaaten (Small Island Development States, SIDS) – zeigt sich, dass besonders in der Gruppe der HIPCs die Zahl der Länder mit einem niedrigen Überschuldungsrisiko seit 2015 stark abgenommen hat (von 10 auf 4, siehe Abbildung 2). Auch bei den SIDS zeigt sich dieser Trend deutlich – hier haben mittlerweile mehr Staaten ein hohes Risiko als ein mittleres.

Fachinformation 57 enthält weitere Informationen und eine Erklärung der vom IWF verwendeten Risikokategorien.