Mongolische Regierung geht Schuldenproblem an

© Mongolian People's Party

Die mongolische Regierungspartei „Mongolian People’s Party“ stellt sich die Frage, was gutes Schuldenmanagement bedeutet. Dazu haben sie sich im vergangenen Monat erlassjahr.de-Koordinator Jürgen Kaiser eingeladen, der Empfehlungen zum Umgang mit der dramatisch hohen Schuldenlast gab. Die Mongolei ist eines der am höchsten verschuldeten Länder der Welt, die Auslandsverschuldung ist mehr als doppelt so hoch wie die jährliche Wirtschaftsleistung des Landes.

2017 stand die Mongolei kurz vor der Staatspleite. Durch extreme Zuflüsse in den Rohstoffsektor hatte sich insbesondere der mongolische Privatsektor stark verschuldet. Zwischen 2008 und 2016 hatten sich die gesamten Auslandsschulden der Mongolei mehr als verzehnfacht, die des Privatsektors sogar verfünfzigfacht. Die bilateralen und multilateralen Rettungsfinanzierungen in Höhe von über 5 Milliarden US-Dollar, die 2017 den Staatsbankrot verhindern sollten, haben den bis dahin nicht überschuldete öffentliche Sektor ebenfalls in eine kritische Schuldensituation gemacht.

Die Mongolei gehöre zu den Ländern, für die die Schaffung eines geordneten Entschuldungsverfahren am dringlichsten geboten wäre, erklärte Jürgen Kaiser beim Treffen mit dem Leiter der Politikabteilung Batsumberel Natsagdorj. Der zwischenzeitliche Verfall der Rohstoffpreise habe die Verletzlichkeit des extraktivistischen Entwicklungsmodells deutlich gemacht. Ohne die Möglichkeit, Auslandsverbindlichkeiten nötigenfalls zu streichen, werde die Volatilität des Modells absehbar zur sozialen Katastrophe führen.