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7.12. | 10:0017:00 | Köln

1982 – 2017: Alte und neue Schuldenkrisen in Lateinamerika und der Karibik

Schuldenkrisen in Lateinamerika – damals …

Mit der Zahlungseinstellung Mexikos im August 1982 begann das, was als „Schuldenkrise der Dritten Welt“ in die Geschichte einging. Viele Länder folgten in die Krise, auch in Lateinamerika. Ein Schuldenschnitt war für die Gläubiger zunächst undenkbar. Statt die Krise zu lösen, entschieden sie sich dazu, den Schuldendienst mit immer neuen Krediten zu finanzieren. Die Menschen in den betroffenen Ländern verarmten. Am Ende wurde ein großer Teil der Schulden dann doch gestrichen – als ohnehin nichts mehr zu holen war.

… und heute

Niedrige Zinsen im Norden haben in den letzten Jahren zu einem Überangebot an Krediten für Länder des Südens geführt. Der Verfall der Rohstoffpreise macht die Rückzahlung vor allem für die Staaten zum Problem, die vom Export nur weniger Rohstoffe abhängig sind. Aktuell überschreiten die Verschuldungsindikatoren in zwei Dritteln der Länder in Lateinamerika und der Karibik kritische Grenzwerte. Kommt es zur Zahlungsunfähigkeit, stehen sie vor den gleichen Problemen wie damals. Ein Verfahren, mit dem ein Überschuldungsproblem koordiniert gelöst werden kann, gibt es nicht.

Wer ist betroffen?

Kleine Inselstaaten in der Karibik gehören zu den am stärksten verschuldeten Ländern der Welt, allen voran Jamaika, Grenada und Barbados. Auf dem lateinamerikanischen Kontinent hat sich die Situation in Ecuador, Honduras und Costa Rica stark verschlechtert, aber auch einige Schwergewichte wie Brasilien, Kolumbien und Mexiko sind betroffen.

Die Tagung

Als Organisationen und Personen in Solidarität mit den Menschen in Lateinamerika und der Karibik wollen wir nicht erneut mitansehen, wie Schuldenkrisen über Jahre verschleppt und ihre Kosten auf die Bevölkerung abgewälzt werden. Mit Vertreterinnen und Vertretern der lateinamerikanischen Zivilgesellschaft diskutieren wir bei der Tagung Mittel und Wege, das zu verhindern.

Programm

10:00 UhrBegrüßung
10:30 UhrInputs und Diskussion

  • Geschichtliche Hinführung: „Die Krise von 1982, ihre Bewältigung und deren Folgen bis heute
    Oscar Ugarteche, Nationale Autonome Universität von Mexiko
  • Neue Schuldenkrisen auf dem Kontinent: Bestandsaufnahme
    Patricia Miranda, LATINDADD

Kaffeepause

  • Politische Prozesse und Ansatzpunkte für Einflussnahme
    Adrían Falco, Fundación SES
  • Zivilgesellschaftliche Mobilisierungen zum Schuldenproblem
    Jürgen Kaiser, erlassjahr.de und Patricia Miranda, LATINDADD
13:00 UhrMittagessen
14:00 UhrWorkshops

  • Workshop 1: Extraktivismus und Neo-Extraktivismus als Entwicklungsmodelle
    n.n.
  • Workshop 2: „Kreative Entschuldung“ als Ausweg aus der Krise am Beispiel des Fondo Peruano Alemán
    Jimi Merk, Informationsstelle Peru
  • Workshop 3: Korruption als verschuldungstreibendes und Entschuldung verhinderndes Element, am Beispiel des Odebrecht-Skandals
    KOBRA, angefragt
  • Workshop 4: Neue deutsche private Forderungen an Lateinamerika
    Irene Knoke, Südwind
16:00 UhrAbschlussplenum

  • Bewältigung oder Verhinderung von Schuldenkrisen in Lateinamerika: Verabredungen zur Zusammenarbeit zwischen lateinamerikanischen und europäischen Bewegungen und NROs
  • Auswertung der Tagung

 Anmeldung

Zur Erleichterung unserer Planung bitten wir um eine kurze E-Mail, wenn Sie an der Tagung teilnehmen möchten.

Details

Datum:
7.12.
Zeit:
10:00–17:00
Veranstaltungsort:
Tagungshaus St. Georg
Rolandstraße 61, Köln

Veranstalter

erlassjahr.de
Adveniat
Brot für die Welt
ila