Entwicklung braucht Entschuldung

Viele Länder des Globalen Südens nehmen Kredite aus dem Ausland auf. Das ist an sich nichts Schlechtes, denn mit dem Geld können sie zum Beispiel in ihre Infrastruktur investieren und so die Leistung der gesamten Volkswirtschaft erhöhen.

Doch Schulden können auch zum Problem werden: Nämlich dann, wenn der Schuldendienst die Menschenrechte gefährdet. Eine hohe Auslandsverschuldung zwingt viele Staaten im Globalen Süden dazu, große Teile ihrer ohnehin schon geringen Staatseinnahmen für die Zahlung von Zinsen und Tilgungen an das Ausland zu verwenden. Geld, das dringend notwendig wäre, um Armutsbekämpfung, Bildung, das Gesundheitssystem oder Nachhaltigkeitsprogramme zu finanzieren. 2024 war der Schuldendienst für Länder im Globalen Süden so hoch wie noch nie. Schuldenstreichungen wären dringend notwendig.

Doch dafür ist im aktuellen System kaum Platz: Die Gläubiger, oft Staaten oder private Finanzinstitute aus dem Globalen Norden, dominieren die internationale Schuldenarchitektur und bestehen viel zu oft auf ihrem Recht auf Rückzahlung. Deshalb ist es höchste Zeit für ein faires und transparentes Staateninsolvenzverfahren, in dem verschuldete Staaten mit am Verhandlungstisch sitzen und ihre Rechte geltend machen können.

Mehr lesen …

Aktuelle Neuigkeiten

Blog

  • Avatar-FotoKristina Rehbein, erlassjahr.de
    10.4.2026
    0

    Ukraine-Schulden: Der 4-Milliarden-Dollar-Irrtum

    Während in Washington über globale Finanzstabilität debattiert wird, zeigt sich im Schatten des neuen Ukraine-IWF-Programms ein Scheitern der bisherigen Ukraine-Schuldenstrategie. Die Resignation des IWF: Eine Milliarde pro Jahr für Vorkriegs-Anleger Im Februar 2026 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) das laufende Kreditprogramm für die Ukraine vorzeitig ersetzt und bis 2029 verlängert.…

    Mehr lesen ...
  • Avatar-FotoMalina Stutz, erlassjahr.de
    20.2.2026
    2

    Rechte statt Deals! Meine Rede zum Klimastreik am Welttag für soziale Gerechtigkeit

    Anlässlich des Welttags für soziale Gerechtigkeit haben wir uns am 20. Februar dem Klimastreik von Fridays for Future in Düsseldorf angeschlossen. Vor Ort hielten wir diese Rede – über Schulden, Klimagerechtigkeit und die Notwendigkeit einer Rechte-basierten internationalen Finanzordnung: "Mein Name ist Malina und ich freue mich sehr, heute am Welttag…

    Mehr lesen ...