Entwicklung braucht Entschuldung

Viele Länder des Globalen Südens nehmen Kredite aus dem Ausland auf. Das ist an sich nichts Schlechtes, denn mit dem Geld können sie zum Beispiel in ihre Infrastruktur investieren und so die Leistung der gesamten Volkswirtschaft erhöhen.

Doch Schulden können auch zum Problem werden: Nämlich dann, wenn der Schuldendienst die Menschenrechte gefährdet. Eine hohe Auslandsverschuldung zwingt viele Staaten im Globalen Süden dazu, große Teile ihrer ohnehin schon geringen Staatseinnahmen für die Zahlung von Zinsen und Tilgungen an das Ausland zu verwenden. Geld, das dringend notwendig wäre, um Armutsbekämpfung, Bildung, das Gesundheitssystem oder Nachhaltigkeitsprogramme zu finanzieren. 2024 war der Schuldendienst für Länder im Globalen Süden so hoch wie noch nie. Schuldenstreichungen wären dringend notwendig.

Doch dafür ist im aktuellen System kaum Platz: Die Gläubiger, oft Staaten oder private Finanzinstitute aus dem Globalen Norden, dominieren die internationale Schuldenarchitektur und bestehen viel zu oft auf ihrem Recht auf Rückzahlung. Deshalb ist es höchste Zeit für ein faires und transparentes Staateninsolvenzverfahren, in dem verschuldete Staaten mit am Verhandlungstisch sitzen und ihre Rechte geltend machen können.

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Aktuelle Neuigkeiten

  • 23.9.2026

    61 Organisationen fordern von UN: Sevilla-Beschluss jetzt umsetzen

    Im September ist die 81. Sitzungsperiode der UN-Generalversammlung in New York gestartet. In diesem Kontext kommen in dieser Woche Regierungsdelegationen aus aller Welt zur “High-Level-Week" und Generaldebatte zusammen. Hierbei geht es um Beschlüsse zum Umgang mit globalen Herausforderungen. Auch die deutsche Regierung wird unter anderem mit Außenminister Wadepuhl und Bundesministerien…

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  • 15.6.2026

    Das Schweigen der G7: Europas blinder Fleck beim Gläubiger-Bailout in der Ukraine

    Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Europa und der Ukraine haben wir europäische Regierungsspitzen in einem Brief auf einen sich abzeichnenden Skandal hingewiesen: 4,4 Milliarden US-Dollar fließen bis Mitte 2029 aus der Ukraine an private Gläubiger – indirekt finanziert durch Hilfszahlungen von Partnerstaaten. Auch europäische Steuergelder landen auf Konten von Hedgefonds und…

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Blog

  • Avatar-FotoJürgen Kaiser, erlassjahr.de
    18.9.2026
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    Besonders gute Schulden: streichen?

    erlassjahr.de und seine Partnerorganisationen vertreten seit vielen Jahren, dass Schulden nicht nur gestrichen werden sollen, wenn sie untragbar sind. Sondern auch, wenn sie auf fragwürdigen Verträgen oder dem Handeln fragwürdiger Akteure beruhen. Das nennen wir dann "illegitime Schulden".In einem bemerkenswerten Beitrag hat Nathan B. Oman nun den Gedanken entwickelt, dass…

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  • Avatar-FotoJürgen Kaiser, erlassjahr.de
    11.8.2026
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    Venezuelas Schuldenkrise: Eine renommierte US-Kanzlei macht einen interessanten Vorschlag

    Das von Erdbeben, Misswirtschaft und äußerem Druck heimgesuchte Venezuela weist eine der kompliziertesten Auslandsschuldensituationen der Welt auf: Auf der Schuldnerseite steht nicht nur der Venezolanische Staat, sondern auch der Staat im Staat, die nationale Ölgesellschaft PDVSA. Auf der Gläubigerseite sind nicht mal alle Akteure bekannt, geschweige denn ihre jeweilige exakte…

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