Entwicklung braucht Entschuldung

Viele Länder des Globalen Südens nehmen Kredite aus dem Ausland auf. Das ist an sich nichts Schlechtes, denn mit dem Geld können sie zum Beispiel in ihre Infrastruktur investieren und so die Leistung der gesamten Volkswirtschaft erhöhen.

Doch Schulden können auch zum Problem werden: Nämlich dann, wenn der Schuldendienst die Menschenrechte gefährdet. Eine hohe Auslandsverschuldung zwingt viele Staaten im Globalen Süden dazu, große Teile ihrer ohnehin schon geringen Staatseinnahmen für die Zahlung von Zinsen und Tilgungen an das Ausland zu verwenden. Geld, das dringend notwendig wäre, um Armutsbekämpfung, Bildung, das Gesundheitssystem oder Nachhaltigkeitsprogramme zu finanzieren. 2024 war der Schuldendienst für Länder im Globalen Süden so hoch wie noch nie. Schuldenstreichungen wären dringend notwendig.

Doch dafür ist im aktuellen System kaum Platz: Die Gläubiger, oft Staaten oder private Finanzinstitute aus dem Globalen Norden, dominieren die internationale Schuldenarchitektur und bestehen viel zu oft auf ihrem Recht auf Rückzahlung. Deshalb ist es höchste Zeit für ein faires und transparentes Staateninsolvenzverfahren, in dem verschuldete Staaten mit am Verhandlungstisch sitzen und ihre Rechte geltend machen können.

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Aktuelle Neuigkeiten

  • 15.6.2026

    Das Schweigen der G7: Europas blinder Fleck beim Gläubiger-Bailout in der Ukraine

    Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Europa und der Ukraine haben wir europäische Regierungsspitzen in einem Brief auf einen sich abzeichnenden Skandal hingewiesen: 4,4 Milliarden US-Dollar fließen bis Mitte 2029 aus der Ukraine an private Gläubiger – indirekt finanziert durch Hilfszahlungen von Partnerstaaten. Auch europäische Steuergelder landen auf Konten von Hedgefonds und…

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  • 11.6.2026

    Warum Kirche politisch sein muss – Eindrücke vom Katholikentag 2026

    „Kirche ist keine NGO“, erklärte Markus Söder (CSU) kurz vor dem 104. Deutschen Katholikentag. In Würzburg wurde jedoch deutlich, dass sich viele kirchliche Gruppen und Einzelpersonen ausdrücklich für Solidarität, Menschenwürde und gesellschaftliches Engagement einsetzen. Auch wir haben mit unserem erlassjahr.de-Stand gezeigt, warum NGOs auf Kirchen- und Katholikentagen ihren Platz haben.…

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Blog

  • Avatar-FotoJürgen Kaiser, erlassjahr.de
    30.6.2026
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    Venezuela: Von einem, der unter die Räuber fiel

    Die Bilder aus dem Erdbebengebiet in Venezuela sind nur schwer auszuhalten. Für Tausende kommt die Hilfe aus der ganzen Welt zu spät, oder sie reicht trotz aller lobenswerten Anstrengungen nicht aus, um Menschen aus eingestürzten Hochhäusern zu bergen. Dass das ölreichste Land der Welt die Krise nicht aus eigener Kraft…

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  • Avatar-FotoKristina Rehbein, erlassjahr.de
    3.6.2026
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    Quo vadis, Ukraine? Wie private Gläubiger künftige Umschuldungen erschweren 

    Ein Beitrag von Kristina Rehbein und Konstantin von Kleist-Retzow Während öffentlich vor allem über ein Ende des Krieges diskutiert wird, gerät ein entscheidender Faktor aus dem Blick: Die Zukunft der Ukraine wird auch über ihre Entschuldung entschieden. Dabei spielen private Gläubiger eine zentrale Rolle.  Zwar wurden 2024 und 2025 Umschuldungen…

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