IWF-Gold-Profite für die armen Länder? Kommt gar nicht in die Tüte

Jürgen Kaiser, erlassjahr.de
15. April 2011

erlassjahr.de-Bündnisrats-Mitglied Peter Lanzet (EED) berichtet von der
Frühjahrstagung von IWF und Weltbank

Bei einem Gespräch am 13.4.2011 im Internationalen Währungsfonds am
Rande der gerade laufenden Frühjahrstagung über die Frage, was der IWF
sinnvollerweise mit den 2,8 Mrd. überschüssigen Dollars aus seinem
Verkauf von 403 Tonnen Gold seit 2009 wohl machen könnte, zeigten sich
europäische Verantwortlichen außerordentlich zugeknöpft. Kommt gar nicht
in Frage, dass man dieses Geld etwa in einen existierenden Fonds des
IWF für Länder in schlimmen Notsituationen steckt. Der IWF braucht das
Geld um seinen eigenen Haushaltsfonds aufzustocken, außerdem könnte es
ja auch mal vorkommen, dass Länder nicht zurückzahlen. Für den Fall
muss man das existierende Polster von 7 Mrd. noch weiter aufstocken.

Man fragt sich, können die den Hals nicht voll genug kriegen? Nicht
nur dass sie mit dem Goldverkauf das ursprüngliche Ziel, 900 Millionen
in den Haushaltsfonds zu stecken übererfüllen konnten und damit mehr
als gut abgesichert sind. Der IWF hat ja im Zusammenhang mit der
Finanzkrise außerdem 90Mrd. Dollar ausgeliehen und verdient an seiner
Gesamtausleihe 1,3 Mrd. Dollar im Geschäftsjahr 2010/2011. Man fragt
sich auch, leiden die an einer Form von Finanzsystemparanoia? Der IWF
ist immer noch der bevorzugte Gläubiger, der selbst in krisen vor allen
anderen sein Geld zurückbekommt, selbst aus Argentinien. Also
warum muss man den Ausfallfonds noch weiter aufstocken?

Man fühlt sich wie im Finanzministerium. Dabei hat der IWF ja auch
eine Entwicklungsverantwortung. Der IWF will demnächst diskutieren, ob
nicht das Regelwerk für die Bemessung der Schuldentragfähigkeit den
Erfahrungen angepasst werden muss. Ob das eine gute Nachricht für
überschuldetete Länder ist, bleibt abzuwarten.

Peter Lanzet

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