Kanzlerin Merkel: für oder gegen einen Schuldenschnitt in Griechenland?

Sebastian Bonse, erlassjahr.de
19. Juli 2011

Wer die Bundeskanzlerin am Wochenende im ARD-Sommerinterview gesehen hat, hat zwar gehört, wie sie über diese Frage gesprochen hat. Was sie aber tatsächlich will – und in den EU-Gremien betreiben wird – weiss man auch hinterher nicht. Einerseits spricht sie sich in gewohnter Manier – und im Sinne ihres Finanzministers – für die Beteiligung des Privatsektors aus. Andererseits lehnt sie einen Schuldenschnitt ab. Wie Pelz Waschen und trocken Bleiben zusammen gehen sollen, konnte sie logischerweise nicht erklären.

Merkel bleibt damit nicht nur hinter praktisch allen ernstzunehmenden Ökonomen zurück, die in Deutschland wie international einen schnellen und weit reichenden Schnitt für Griechenland fordern, bevor die Krise noch teurer wird und noch mehr Schulden beim öffentlichen Sektor abgeladen werden. Sie steht auch im Widerspruch zur Kern-Klientele der Union. Sogar der Präsident des Verbandes der Familienunternehmer Lutz Goebel sagte im Interview mit der FTD am 12. Juli, auf die Frage, was er von der Politik fordere: “Den baldigen Schuldenschnitt. Alles andere verlängert die Krise nur. (…) die Rettung mit immer mehr Geld verschlimmert das Problem nur. (…) Außerdem hoffe ich, dass die europäische Politik einen Plan B so weit entwickelt hat, dass an einem Wochenende X umgeschuldet werden kann. Und der ungeordnete Konkurs nicht eintritt.”

Ach könnte doch auch die Kanzlerin sich nur ein einziges Mal so klar und eindeutig ausdrücken!

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