Schuldenerlass und mehr Geld für Gesundheit: egal woher?

Jürgen Kaiser, erlassjahr.de
14. Mai 2013

Bei einem Treffen von Gesundheitsinitiativen und -Ministerien mit dem Global Fund in der Surinamesischen Hauptstadt Paramaribo habe ich das Debt2Health-Schuldenumwandlungsprogramm vorgestellt, in dem wir mit dem Global Fund eit einiegn Jahren zusammenarbeiten.

Die lange Reise hat sich gelohnt, denn gerade für die hoch verschuldeten Staaten der Karibik ergaben sich mögliche regionale Schuldenumwandlungen als ein kleiner aber sehr spürbarer Beitrag zur Entlastung von Staaten wir Grenada oder Jamaica. Und da Debt2Health  – anders als HIPC z.b. – kein in Stein gehauenes Programm ist, ergeben sich aus den spezifischen Überlegungen zu konkreten Ländern auch immer mal neue Ideen. Von denen wiederum fallen einige eher in die bizarre Kategorie.

Ein netter Doktor von den Cayman-Inseln war beeindruckt von meiner Präsentation und berichtete dann, in seine Praxis kämen regelmäßig reiche Amerikaner oder Europäer, die es sich unter der steuerfreien Sonne der Inseln gut gehen ließen und oft das Bedürfnis hätten, etwas Gutes zu tun. Und ob Debt2Health für diese Zielgruppe nicht ein Angebot sie sein könnte. Beim Mittagessen nannte er dann auch einige Namen, und meine ursprüngliche Skepsis gegenüber einer möglichen Zusammenarbeit mit Steuerflüchtlingen verwandelte sich in lauten Alarm, als er Kenneth Dart als einen der bislang verhinderten Philantropen nannte. Dart ist einer der Strippenzieher der Hedge Fund Szene, und war durch einige der Fonds in seinem undurchsichtigen Imperium Partei in mehr als einer der Geierfonds-Klagen gegen frisch entschuldete HIPCs.

Oder sollte man pragmatisch sagen, dass dieser Herr seine fragwürdigen Dollars besser für die Umwandlung in Gesundheitsinformationen investieren sollte als in die Klage auf volle Rückzahlung, wie er das bisher so nachdrücklich betrieben hat? Kommentare sind willkommen!

Ein Kommentar zu “Schuldenerlass und mehr Geld für Gesundheit: egal woher?

  1. Das die Alarmglocken dann schrillen, ist klar. Aber wenn solche Leute wie Dart, die was Gutes tun wollen, und man Kontaktmöglichkeiten hat über besagten Doktor, warum nicht das Gespräch suchen. Das würde ich ganz pragmatisch sehen und keine Berührungsängste haben, zumal man auch noch andere “nette” Leute kennenlernen könnte. Letztendlich geht es um die Menschen in den Südländern. Auch könnten sich neue Perspektiven ergeben. Moralische Bedenken hätte ich nicht, zumal ej ja auch gegenwärtig Kontakte zu Menschen halten muß, die alles andere als Schuldenerlass freundlich sind. Auch Menschen wie Dart und Co. können sich ändern.

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