Mosambik-Schuldenkonferenz: Kleine Nachtschicht

Jürgen Kaiser, erlassjahr.de
24. Juni 2016

Seit heute morgen um 9 Uhr hat die Konferenz des Grupo da Divida die Ergebnisse von gestern verarbeitet und verschiedene neue Inputs der internationalen Partner angehört. Als ich den Eindruck hatte, jetzt sei aber wirklich Zeit fürs Mittagessen – so gegen 15:30 Uhr – wurde ich zur Plenumsdiskussion meines Beitrags und denen der Kolleg/innen von AFRODAD und aus Malawi noch mal aufs Podium gebeten. Die Lust am miteinander Debattieren hat hier wirklich Palaverbaum-Qualitäten. Keiner beschwerte sich, als die Agenda der Tagung (wieder) komplett aus dem Ruder lief. Das hatte natürlich auch damit zu tun, dass als abschließendes Highlight der Präsident des Haushaltsausschusses des Parlaments und der Präsident des Rechnungshofes zu den skandalösen Finanzierungen für EMATUM, Proindicus und MAM Stellung nahmen.

Man erfuhr in der Runde, die das Mittagessen um weitere zwei Stunden nach hinten verschob, nichts fundamental Neues, aber zahlreiche weitere Details.

Und jetzt (18:45) sitzen wir im Plenum, um eine zwei Seiten lange Abschlusserklärung gemeinsam zu diskutieren. Und während meine Kollegin Sarah von der britischen Jubilee Debt Campaign und ich dem langen Tag und dem Mangel an Sauerstoff Tribut zollen, ist die Lust unserer mosambikanischen Kolleg/innen an der Debatte vollkommen ungebrochen. Nicht besonders dramatische Formulierungsfragen werden mit Leidenschaft quer durch den Saal mit immer neuen Ideen bereichert. Der Mann am Computer, der eigentlich der Redakteur sein sollte, erweist sich als meinungsstarker Koautor mit jeder Menge eigener und spontaner neuer Ideen. Die Uhrzeit scheint hier keinen – der nicht ohnehin schon die 30IMG_0095km zurück nach Maputo gefahren ist – zu interessieren. Auch die beiden Big Shots der Abschlussrunde sind noch da und bringen sich in die Diskussionen um korrektes Hoch-Portugiesisch engagiert ein.

Unsere Kollegin Gina dos Reis, die Generalsekretärin des Grupo da
Divida (Bild), ist sehr glücklich über die offene Diskussion, den Eindruck von Dringlichkeit und die große Reichweite des Workshops, zu dem Akivist/innen aus allen Teilen des Landes angereist sind. Wir unsererseits hoffen auf die baldige Entstehung eines Arbeitszusammenhangs zwischenGrupo da Divida, Regierung und Parlament, die an einem Plan für faire und effiziente Schuldenrestrukturierungen arbeitet.

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