Klimagerechtigkeit braucht Entschuldung

Hurrikan „Maria“ fegte 2017 über die Karibikinsel Dominica hinweg und verwüstete sie vollständig. Auch finanziell war das ein Desaster für den Inselstaat: Die Schäden entsprachen 225 Prozent seiner gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung. Dominica ist kein Einzelfall. Naturkatastrophen wie diese werden durch den menschengemachten Klimawandel weltweit an Heftigkeit und Häufigkeit zunehmen.

Hoch verschuldete Länder wie Dominica geraten durch solche Klimakatastrophen immer tiefer in eine Schuldenfalle: Mit jeder Schuldenrückzahlung an ihre Gläubiger verlieren sie Geld, das dringend für Nothilfe und Wiederaufbau gebraucht wird. Sie müssen auf Hilfszusagen aus dem Ausland warten oder sogar neue Kredite aufnehmen, die ihre Schulden weiter in die Höhe treiben.

Im Fall einer solchen Katastrophe muss verhindert werden, dass weiter Geld aus dem Staatshaushalt abfließt: Ein automatischer Zahlungsstopp der laufenden Schuldenrückzahlung setzt dringend benötigtes Geld zur sofortigen Verwendung für Nothilfe und Wiederaufbau frei. In einem zweiten Schritt muss der betroffene Staat mit seinen Gläubigern verhandeln können, wie die Verschuldung auf ein tragfähiges Maß gesenkt werden kann.

Besonders ungerecht: Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, sind am stärksten von dessen negativen Auswirkungen betroffen. Und die Hauptverursacher – reiche Länder wie Deutschland – sind bisher nicht bereit, für die verheerenden Folgen des Klimawandels finanziell Verantwortung zu übernehmen.

erlassjahr.de fordert daher von der deutschen Bundesregierung, sich dafür einzusetzen, dass Naturkatastrophen nicht zu Schuldenkrisen in armen Ländern führen. Dieses Ziel muss die Bundesregierung in allen für die Entwicklungs- und die Klimafinanzierungsdebatte relevanten Foren verfolgen.

Was wir fordern:

  • Die Bundesregierung soll sich sowohl bei den Klimakonferenzen als auch im Financing for Development-Prozess der Vereinten Nationen und im Internationalen Währungsfonds für die Schaffung einer Entschuldungsoption zugunsten von Ländern, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, einsetzen.
  • Im Fall einer Katastrophe soll Deutschland – am besten zusammen mit anderen EU-Mitgliedern, nötigenfalls aber auch allein – ein Moratorium für den Schuldendienst eines betroffenen Landes aussprechen.

MITMACHEN:

  • Hängt das Poster “Klimagerechtigkeit braucht Entschuldung” bei euch im Gemeindehaus, im Eine-Welt-Laden oder im Rathaus aus und macht so die Kampagne und ihre Forderung nach gerechter Entschuldung sichtbar. Das Poster gibt es in den Formaten A3 und A4. Es kann kostenlos hier bestellt werden. Ermutigt auch euer Netzwerk zum Aushang eines Posters!
  • Schickt uns gerne Fotos vom Posteraushang mit Angabe des Ortes per Mail an buero@erlassjahr.de, damit wir die Bilder in den Sozialen Medien teilen können und so maximale Aufmerksamkeit erreichen.
  • Veröffentlicht Artikel in lokalen Medien. Als Basis eignen sich das Kampagnen-Narrativ sowie die Kampagnengrafik, die ihr hier auf dieser Seite findet.
  • Bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in der Woche vom bis zum 18. Oktober 2020 soll die Kampagne ihren Höhepunkt erreichen. Wenn sich die Mächtigen virtuell zur Beratung über globale Finanzregeln treffen, möchten wir durch Aktionen in den Sozialen Medien die Forderungen der Kampagne an sie herantragen und sie so zum Handeln bewegen! Alle Informationen zur Aktionswoche finden sich ab Ende September hier auf dieser Seite.
  • Ihr möchtet euer Netzwerk über die Kampagne informieren und braucht Unterstützung? Gerne kommen wir virtuell oder „in echt“ zu euch und erläutern die Hintergründe zur Kampagne.
  • Nutzt auch unsere neuen pädagogischen Materialien zum Themenkomplex Staatsverschuldung und Klimawandel. Ab Ende September stehen sie auf unserer Website zur Verfügung. Bei Interesse könnt ihr sie jetzt bereits unter buero@erlassjahr.de vorbestellen.

Weitere Informationen:

Förderhinweis

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des

Für den Inhalt dieser Webseite ist allein erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder.

 

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