Amnestie fuer einen der Hauptverantwortlichen der Schuldenkrise in Ecuador

Jürgen Kaiser, erlassjahr.de
10. Juli 2008

Waehrend die Auditoria-Kommission mehr oder weniger aufmerksam einigen Rechtsgelehrten ueber generelle Fragen der Illegitimitaet lauscht, ist die von der Mehrheit der Verfassungsgebenden Versammlung beschlossene Amnestie fuer den Ex-Praesidenten Noboa der Talk of the Town. Gegen den heftigen Widerstand ihres aus diesem Grunde zurueckgetretenen Vorsitzenden Alberto Acosta hatte die Versammlung auf Initiative von Praesident Correa beschlossen, Noboa zu amnestieren.

Fuer die Kommission und die Glaubwuerdigkeit des ganzen Unternehmens “Aufarbeitung der juengeren Finanzgeschichte Ecuadors” ist die Amnestie ein herber Rueckschlag. Noboa wurde, wie Alberto vor der Versammlung ueberzeugend dargelegt hat, eine entscheidende Rolle bei der fuer Ecuador sehr nachteiligen Umwandlung der alten “Brady-” in neue, hoeher verzinste “Global-Bonds” zur Last gelegt. Einige nationale Inhaber dieser staatlichen Schuldverschreibungen haben an diesem Manoever auf Kosten den ecuadorianischen Steuerzahlers wirklich gut verdient.

Unsere Aufgabe, auslaendische Profiteure windiger Finanzierungen Ecuadors zu identifizieren, und ihre weiter bestehenden Ansprueche an den Ecuadorianischen Staat in Frage zu stellen, ist durch dieses Manoever nicht einfacher geworden.

Ein Kommentar zu “Amnestie fuer einen der Hauptverantwortlichen der Schuldenkrise in Ecuador

  1. Mich würde interessieren, warum Correa die Amnestie auf den Weg gebracht hat. Im Wahlkampf hat er doch vor allem damit gepunktet, dass er den Finanzsumpf trockenlegen will.
    Hält er den Erfolg für aussichtslos und muss sich vor einer Niederlage schützen? Hat er selber eine unrühmliche Rolle gespielt und will daher keine Aufklärung? Lieben die Leute Noboa und er brächte sie gegen sich auf, wenn er ihn hart anginge?

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