Ecuador-Tagebuch, die zweite: Erster Ministerwechsel, bevor ich überhaupt da bin

Jürgen Kaiser, erlassjahr.de
8. Juli 2008

Das ist selbst für Ecuador ein Rekord, dessen Minister in einem Tempo und mit einer Unvohersehbarkeit wechseln, bei der selbst die Italiener noch was lernen können. Ein kurzer Blick ins Internet beim Zwischenstopp in Atlanta, und es zeigt sich, dass Finanzminister Fausto Òrtiz heute abgelöst und durch Wilma Salgado ersetzt wurde.

Dieser Wechsel ist für die die Arbeit in der Kommission schon deshalb besonders wichtig, weil sie im Finanzministerium angesiedelt ist, und die Beziehung zu Fausto nie besonders harmonisch war (höflich ausgedrückt).

Wilma ist eine (weitere) Jubileo-Aktivistin, Wirtschaftsprofessorin mit einem in den letzten Jahren ebenfalls sehr bewegten Lebenslauf. Sie war Leiterin der staatlichen Pensionskassen, musste von dem Amt aber zurücktreten als ihre Versuche, den ziemlich korrupten Laden aufzuräumen, wiederum mit Korruptionsvorwürfen gegen sie beantwortet wurden. Als Mitglied des Andinen Parlaments geniesst sie allerdings Immunität.

Einige ej-Aktive kennen sie vielleicht noch von Delegationsbesuchen in Europa oder dem FTAP-Vernetzungstreffen 2002 in Guayaquil.

2 Kommentare zu “Ecuador-Tagebuch, die zweite: Erster Ministerwechsel, bevor ich überhaupt da bin

  1. In der FR von heute lese ich, dass Fausto zurück getreten ist, weil Correa zwei TV Sender beschlagnahmt hat und er das nicht richtig findet. Bezüglich der Frage, ob das ein Anschlag auf die Meinungsfeiheit ist oder nicht, ist die Meinung wohl geteilt. Die Leiter der Sender sehen es so, der Journalistenverband begrüßt den Schritt.
    Ist diese Aktion der Grund für Faustos Rücktritt oder ist er gegangen worden…?

  2. Es ging bei der Beschlagnahmung nicht nur um zwei Fernsehsender, sondern um ein ganzes Imperium der Isaias-Finanzgruppe mit insgesamt 175 einzelnen Unternehmen. Grund waren Schulden der Finanzgruppe gegenueber dem ecuadorianischen Staat in Hoehe von 680 Mio US-$. Nach Angeben der Regierung liegt ein gueltiger Richterentscheid zur Beschlagnahme des Vermoegens vor.
    Es stimmt, dass Fausto Ortiz sich geweigert hat, das entsprechende Dekret zu unterzeichnen.

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