Studie: Entschuldung von Staaten als globale Machtfrage. Eine politökonomische Analyse

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Beschreibung

Die von COVID-19 ausgelöste globale Rezession hat eine große Zahl von Ländern im Globalen Süden schwer getroffen. Wer schon vorher Entwicklung hauptsächlich extern finanziert hatte, gerät durch sie an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Die G20 haben im April 2020 zur Entschärfung der Situation in den ärmsten Ländern ein Moratorium angeboten. 2021 sollen daraus nötigenfalls auch echte Schuldenerlasse werden. Allerdings ist die Initiative mit all den strukturellen Defiziten belastet, die auch zuvor schon eine zeitige und effiziente Entschuldung verhindert haben.

Insbesondere überwindet die DSSI das Machtungleichgewicht zwischen Schuldnern und Gläubigern nicht, sondern schreibt es vielmehr fort. Dadurch wird verhindert, dass notwendige Schuldenerleichterungen auch gegen den Willen mächtiger Akteure, namentlich privater Investoren, multilateraler Kreditgeber und einiger unwilliger Regierungen erreicht werden. Dringend erlassbedürftige Länder mit mittlerem Einkommen sind von der Initiative darüber hinaus ausgeschlossen.

Die Erfahrung des Jahres 2020 macht wenig Hoffnung, dass die G20, etwa so wie die G8 im Fall der HIPC-Initiative von 1996-2005, in nächster Zukunft einen Konsens für notwendige Schuldenerleichterungen erreichen werden. Dazu sind die Interessengegensätze in der deutlich heterogeneren Gruppe zu groß und ist die Kompromissfähigkeit der Gruppe zu gering.

Die Studie “Entschuldung von Staaten als globale Machtfrage. Eine politökonomische Analyse” von Jürgen Kaiser entstand in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Als gedruckte Kopie kostenlos (zzgl. Versandkosten) hier im Shop bestellbar oder hier kostenlos herunterladen: Studie: “Entschuldung von Staaten als globale Machtfrage”

Erscheinungsdatum: Januar 2021

Also available in English: Study: “Sovereign Debt Relief as a Global Power Issue. A Political Economy Analysis”