Der IWF: Ein vertrauenswürdiger Berater?

Dass der Internationale WĂ€hrungsfonds heute anders wahrgenommen wird als noch vor zwanzig Jahren auf dem Höhepunkt der “Schuldenkrise der Dritten Welt”, verdankt sich vor allem einem deutlich erhöhten Maß ans Transparenz. DafĂŒr wiederum spielte auch die TĂ€tigkeit des “Internal Evaluation Office” (IEO), eines kleinen, aber hochqualifizierten BĂŒros von Fachleuten in unmittelbarer NĂ€he, aber doch großer UnabhĂ€ngigkeit von der Leitung des IWF, eine große Rolle.

Zur Politik des Fonds in den vergangenen Schuldenkrisen hat das IEO eine Reihe viel beachteter und bemerkenswert kritischer Analysen vorgelegt. Das jĂŒngste Papier befasst sich nun mit der Rolle des Fonds als “VertrauenwĂŒrdiger Berater” seiner Mitglieder. Insgesamt kommt die Befragung vieler Mitglieder darĂŒber, wie sie die Fonds-Mitarbeiter/innen auf ihren zahlreichen Missionen in den MitgliedslĂ€ndern wahrnehmen, und ob sie sich gut beraten fĂŒhlen, zu einer wohlwollenden Beurteilung. Allerdings hauptsĂ€chlich dann, wenn es eher um Routinebesuche und Finetuning von Wirtschaftspolitik geht. Wo es wirklich konfliktiv wird, da erkennt die Untersuchung grundlegende Interessenskonflikte, zwischen einem “Berater”, einem Geldgeber und einer Beurteilungsinstanz, an der weitere Geldgeber sich in ihrem Urteil ĂŒber ein Land orientieren.

Die Stellungnahme des IWF-Stabes zur IEO-Untersuchung enthĂ€lt die ĂŒblichen Versprechen, kĂŒnftig noch offenere Ohren fĂŒr die Anliegen der Mitglieder zu haben. Wie man die grundsĂ€tzlichen Interessenskonflikte ĂŒberwinden will, die in einem viel zu breiten Mandat einer Organisation angelegt sind, die eigentlich “nur” ein Fonds sein soll, verraten sie auch diesmal nicht.