Wo Rösler Recht hat…

Bundeskanzlerin und Finanzminister kritisieren den Wirtschaftsminister fĂŒr eine Forderung, die in ihrem eigenen Koalitionsvertrag steht: die nach der geordneten Insolvenz eines pleite gegangenen Staates. Das ist schon absurd genug! Inhaltlich setzen sie ungerĂŒhrt weiter darauf, den lĂ€ngst untragbaren griechischen Schuldendienst weiter mit öffentlichen Mitteln und Garantien zu finanzieren. Das ist ebenso absurd. Und man fragt sich, wie lange die Bundesregierung noch brauchen wird, um der Anregung ihres Wirtschaftsministers zu folgen, der nichts anderes gemacht hat, als dem Rat inzwischen fast aller renomierten Wirtschaftsfachleute von Hans-Werner Sinn zu zu Joseph Stiglitz zu folgen. Wahrscheinlich lange genug, bis auch die letzten Euros der prĂ€chtig verdienenden privaten Anleger aus Griechenland abgezogen sind, und die geordnete Insolvenz ĂŒberhaupt nur noch die öffentlichen GlĂ€ubiger des Landes trifft.

Wenn man Rösler ĂŒberhaupt etwas vorwerfen kann, dann, dass er redet aber nicht handelt. Es stimmt, dass “Gerede ĂŒber eine Insolvenz die FinanzmĂ€rkte beunruhigt”, wie der Finanzminister seinen Kollegen belehrte. Einen Schuldenschnitt muss man machen, nicht diskutieren, so radikal wie nötig und nach Möglichkeit ohne AnkĂŒndigung. Diesem Schuldenschnitt steht in Deutschland allerdings nicht der Minister fĂŒr Wirtschaft im Weg. Sondern der fĂŒr Finanzen.